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Mississippi Burning mit Gene Hackman und Willem Dafoe
Mississippi Burning mit Gene Hackman und Willem Dafoe
© 20th Century Fox

TV-Tips für Freitag (12.2.): Flammender Rassismus

3sat zeigt "Mississippi Burning"

Ein letztes Mal lässt es Keanu Reeves in der Matrix mit dem Triologie-Abschluss "The Matrix Revolutions" auf Pro7 krachen, aber die wesentlich bessere Wahl lässt die Fernbedienung 3sat anwählen, wo parallel im Spätprogramm der vorzügliche "Mississippi Burning" ausgestrahlt wird.

"Matrix Revolutions", Pro7, 22:30 Uhr

Zion verteidigt sich gegen das massive Eindringen der Maschinen, während Neo (Keanu Reeves) den Krieg an einer anderen Front beenden will und dabei auch den abtrünnigen Agenten Smith (Hugo Weaving) bekämpfen muss.

Der Verdacht, dass die Wachowski Brothers eigentlich gar keine ausreichende Handlung für eine Trilogie besaßen, als der gigantische Erfolg von "The Matrix" das Brüderpaar und Warner Brothers dazu verlockte, genau eine solche mit zwei weiteren Filmen zu erschaffen, erhärtet sich in diesem dritten und letzten Part deutlich. Bei aller weiterhin bestehenden technischen Brillanz besteht der aufwendig produzierte Abschluss hauptsächlich noch aus einem bombastischen Kriegs- und Kampfgetümmel - die weiterentwickelten Charaktere und philosophischen Ideen des zweiten Teils werden zu Gunsten der beeindruckenden Spezialeffekte fallen gelassen.

Andy und Larry Wachowski drehten ihren 150 Millionen Dollar teuren Science Fiction-Streifen parallel mit "The Matrix Reloaded" in den Fox Studios im australischen Sydney. Einzige Schwierigkeit war der Tod der Schauspielerin Gloria Foster, die am 29. September 2001 an den Folgen von Diabetes gestorben war. Ihre "Reloaded"-Szenen als Orakel waren bereits im Kasten, während die für "Revolutions" noch fehlten. Foster wurde durch Mary Alice ersetzt - und das Drehbuch umgeschrieben, um die neue Erscheinung des Orakels zu erklären.

Sechs Monate nach dem mit weltweit 721 Millionen Dollar Umsatz gigantisch erfolgreichen "The Matrix Reloaded" kam "The Matrix Revolutions" im November 2003 in die Kinos. Sei es, dass die Zuschauer schon durch den zweiten Teil enttäuscht und deutlich gegenüber der Reihe abgekühlt waren, sei es der zu kurze Zeitraum zwischen den beiden Parts oder sei es schlicht die Tatsache, dass erstmals ein "Matrix"-Werk miese Kritiken erhalten hatte und er durch schlechte Mundpropaganda abfiel - er spielte wesentlich weniger ein als die Vorgänger. 427 Millionen Dollar weltweit waren immer noch ein großartiges Ergebnis, der Platz acht in der Jahresbestenliste bedeutete - aber der Lack war defintiv ab.

Ein australischer Zuschauer schreibt: "Das Augenmerk, das hier auf Details gelegt worden ist, und die Kameraführung können einen nur staunen lassen, wie viel Arbeit in diesen Film gesteckt worden ist. Ein definitiv sehenswerter Streifen, selbst für diejenigen, die den zweiten Teil nicht mochten."



"Mississippi Burning", 3sat, 22:35 Uhr
Zwei FBI-Agenten (Willem Dafoe und Gene Hackman) mit völlig unterschiedlichen Arbeitsmethoden versuchen in Mississippi das Verschwinden von drei Bürgerrechtsaktivisten aufzuklären.

Dieser von dem englischen Regisseur Alan Parker ("Das Leben des David Gale") spannend inszenierte und vorzüglich gespielte Kriminalfilm beruht auf wahren Begebenheiten, deren genauen Umstände erst Jahrzehnte später ans Licht kommen sollten: Am 21. Juni 1964 waren drei Bürgerrechtler, die sich für die Rechte von afro-amerikanischen Mitbürgern eingesetzt hatten, ermordet und verscharrt worden. Um überhaupt erstmal die Leichen zu finden und einen Mord beweisen zu können, musste das FBI damals einen Zeugen mit 30 000 Dollar bestechen. Der Filmtitel erinnert an den Decknamen der FBI-Untersuchung.

Parker drehte seinen Streifen für 15 Millionen Dollar vor Ort in den US-Bundesstaaten Mississippi und Alabama und rückte die Folgen der Jahrhunderte langen Unterdrückung der Farbigen überzeugend ins Bild - nicht jedem schmeckte es allerdings, dass dann doch ausgerechnet Weiße - und FBI-Mitarbeiter dazu! - die Helden des Stücks geben.

Mit einem Einspiel von 33 Millionen Dollar in den USA wurde die Orion Pictures-Produktion ein solider Erfolg an den Kinokassen. Beeindruckender war noch die Wertschätzung durch Kritiker und Industrie: Das Werk wurde für zahlreiche Preise nominiert und gewann auch solche: Gene Hackman erhielt auf der Berlinale einen Silbernen Bären, und Peter Biziou einen "Oscar" für seine Kameraarbeit. Dazu war der Film noch als "Bester Film", Parker für die "Beste Regie", Hackman als "Bester Hauptdarsteller", Frances McDormand als "Beste Nebendarstellerin", für den "Besten Schnitt" und den "Besten Ton" für sechs weitere "Oscars" nominiert.

Ein kanadischer Zuschauer aus Ontario schwärmt: "Einer der besten Filme, die ich je gesehen habe - bedeutend und unterhaltsam gleichermaßen. Alleine die Szene beim Friseur ist es wert, den Streifen zu sehen. Ein wirklich wichtiger Film, der etwas zu sagen hat."



"Cleaner", ARD, 01:20 Uhr
Ein ehemaliger Polizist (Samuel L. Jackson), der sein Geld nun damit verdient, Tatorte zu säubern, trägt mit seinem aktuellen Auftrag unwissentlich dazu bei, ein Verbrechen zu verschleiern.

Der finnische Filmregisseur Renny Harlin drehte diesen Independent-Kriminalfilm für etwa 25 Millionen Dollar mit einer stattlichen Besetzung (Eva Mendes, Ed Harris, Luis Guzmán und Robert Forster) in Shreveport im US-Bundesstaat Louisiana. Der Film kam 2008 kaum in die Kinos, erhielt schlechte Kritiken und floppte dementsprechend.

Dennoch ist er einen Blick wert, fand der Kritiker Michael Rechtshaffen von "The Hollywood Reporter": "Ein geschickt zurückhaltender Krimi mit einem raffinierten Aufbau und einer meisterhaften Darstellung von Samuel L. Jackson."



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