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The Divergent Series: Allegiant
The Divergent Series: Allegiant
© Lionsgate Films

Filmstarts USA: "Allegiant" kämpft mit "Divergent"-Müdigkeit

...und noch ein religiöses Drama

Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Und nun sieht es so aus, als ob Lionsgate Films ihren Krug so gestreckt haben, dass er schon ernsthaft leckt. Nachdem Warner Brothers mit dem Abschluss der "Harry Potter"-Reihe und Summit Entertainment mit dem "Twilight"-Schluss erfolgreich mit der Entscheidung gewesen waren, die Kuh etwas länger zu melken und den jeweils letzten Roman auf zwei Filme gestreckt hatten, wandten Lionsgate dies auch bei "Hunger Games" an. Und hier ging es zwar nicht schief - beide "Mockingjay"-Teile waren extrem erfolgreich - aber die Erwartungen wurden nicht erfüllt: Beide Streifen verzeichneten weniger Zuschauer als die ersten beiden Filme "The Hunger Games" und "Catching Fire".

Bei der "Divergent"-Reihe ("Die Bestimmung") scheint sich die Gier von Lionsgate nun endgültig fatal zu rächen. Als der erste Teil "Divergent" 2013 weltweit sehr erfolgreich lief, kündigte das Studio sofort an, die dritte Buchvorlage ebenfalls in zwei Filme aufzuteilen. Nachdem letztes Jahr "Insurgent" trotz aufgeblasener 3D-Preise schlechter lief als der erste Film, dürften den Managern ob ihrer Entscheidung erstmals Bedenken gekommen sein. Und nun, da heute "The Divergent Series: Allegiant" in 3740 Kinos startet, dürfte es ihnen regelrecht flau im Magen werden, denn es deutet vieles auf ein fatales Ei hin, dass sie sich da ins Nest gelegt haben. Oder eben auf einen auseinander brechenden Krug.

Alleine "Allegiant" (also ohne den zweiten dritten Teil "Ascendant") hat die gigantische Summe von 120 Millionen Dollar an reinen Produktionskosten verschlungen, und nachdem das Interesse an der Science Fiction-Reihe mit Shailene Woodley bereits ernsthaft abgekühlt war, droht jetzt ein Premierenwochenende von gerade mal 31 bis 37 Millionen Dollar die Zahlen der Lionsgate-Buchhaltung tiefrot zu färben. "Divergent" war mit 54 Millionen Dollar und "Insurgent" mit 52 Millionen Dollar gestartet. Und der deutsche Regisseur Robert Schwendtke, der bereits "Insurgent" inszeniert hat, aber für "Ascendant" nicht mehr ans Megaphon durfte, kann weder auf Mundpropaganda (miserabel) noch auf die Presse (abgrundtief schlechte Kritiken) hoffen.

Bei diesen Zahlen ist nicht mal klar, ob "Allegiant" an dem bisher super brummenden Animationsfilm "Zootopia" vorbei kommt. Manche Analysten rechnen eher mit dem Hattrick der Walt Disney-Produktion auf dem Kinokassenthron.

Die vorösterliche Reihe von Dramen mit religiösen Tönen reißt nicht ab. Gerade floppt "The Young Messiah", da bringen TriStar Pictures mit "Miracles from Heaven" ("Himmelskind") den nächsten Streifen für ein gläubiges Publikum auf immerhin 3047 Leinwände. Diesmal erwarten Branchenkenner mit 8 bis 12 Millionen Dollar zum Debut ein etwas höheres Ergebnis als für die vorherigen Religionsdramen, weil mit Jennifer Garner ein bekannter Name auf den Plakaten steht und die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, was auf manch neugierigen Kinogänger zusätzlichen Reiz ausüben dürfte.

Die mexikanische Regisseurin Patricia Riggen ("The 33" / "69 Tage Hoffnung") hat für 13 Millionen Dollar die Memoiren von Christy Beam aus dem vergangenen Jahr verfilmt, die von ihrer jungen Tochter berichtet, welche nach einer Nahtoderfahrung von einer unheilbaren Krankheit geheilt war. Die Kritiken für "Miracles from Heaven" sind gemischt.

Als drittes geht der passend betitelte "The Bronze" an den Start, der vom dritten Rang in den Charts aber nur wird träumen können. Die Komödie, die von der "The Big Bang Theory"-Schauspielerin Melissa Rauch, die auch die Hauptrolle übernommen hat, geschrieben worden ist, feierte beim Sundance Film Festival vor zwei Monaten ihre Premiere.

Sony Pictures Classics bringen die Independent-Produktion mit nur 1161 Kopien heraus. Da in dem Film permanent geflucht wird und es in Sachen Sex and Drugs hoch her geht, hat die Zensurbehörde MPAA den Streifen von Regiedebutant Bryan Buckley nur mit einem "R" (Restricted) freigegeben, so dass unter 17-Jährige das Werk nur in Erwachsenenbegleitung sehen dürfen. Das ist aber wohl nur der letzte Sargnagel für einen Film, dessen TV-Star noch nicht bekannt genug sein dürfte, um große Scharen anzulocken - anders als dies bei Amy Schumer mit "Trainwreck" ("Dating Queen") der Fall war - und bei dem die schlechten Kritiken wenig Veranlassung geben sollten, eine Kinokarte zu lösen. Branchenkenner erwarten höchstens 3 Millionen Dollar; manche sehen "The Bronze" nicht mal in den Top Ten.



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