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Eiskalte Engel - Hauptplakat
Eiskalte Engel - Hauptplakat
© Kinowelt

Kritik: Eiskalte Engel (1999)


"Gefährliche Liebschaften" in der High School: "Eiskalte Engel" verlegt Choderlos De Laclos' in den Adelskreisen des 18. Jahrhunderts angesiedelten Skandalroman frech in die High Society Manhattans. In der inzwischen vierten Leinwandadaption des amoralischen Intrigenspiels "Les Liaisons Dangereuses" sind die verwöhnten Sprösslinge der Upper-Class die sexbesessenen Täter. Und deren vorrangiges Lebensziel, so scheint es, ist die Befriedigung der eigenen Selbstsucht.

Dass Teenager und einmal nicht Erwachsene im Zentrum des Geschehens stehen, ist hier durchaus erfrischend – auch wenn die 16-17 Jahre alten Schüler wie gewohnt von über 20-jährigen Schauspielern verkörpert werden. Schon klar: Mitunter wähnt man sich in einem besseren Schultheater, tatsächlich aber funktioniert der Film beinahe bis zum Schluss. Am besten sind dabei die Szenen zwischen Sarah Michelle Gellar und Ryan Phillippe, in denen die voneinander besessenen Stiefgeschwister die eigene Durchtriebenheit als erotisierendes Stimulans gebrauchen. Subtiler Sex in Teenie-Filmen? Ja, in der Tat, es gibt ihn noch!

Am Ende aber bricht das schöne Bild in sich zusammen: Anstatt die hundsgemeine tour de force der Amoralität zum Höhepunkt zu treiben, setzt Regisseur und Drehbuchautor Roger Kumble brav auf Moral und Läuterung. Mit kitschiger Verlogenheit aber ist diesem Stoff nicht beizukommen.




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