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Kritik: 28 Tage (2000)


Gehirnwäsche in 28 Tagen: Gwens alias Sandra Bullocks Leben auf der Überholspur - Rammeln, Drogen, Alkohol - setzt ein Verkehrsunfall ein jähes Ende. Die Künstlerin muss für vier Wochen in die Anstalt: Zwangsentzug.

In Betty Thomas' ("Dr. Dolittle" ) mit dem Holzhammer geklopftem Film macht es die Bullock ihrem Vorbild Julia Roberts nach und spielt gegen ihr hausgemachtes Beauty-Image an. Die Regisseurin gibt sich dabei sichtlich Mühe, die allgemein üblichen Anstaltsklischees zu vermeiden, doch das gelingt ihr bestenfalls bedingt.

Das Drehbuch schrieb Susannah Grant - von ihr stammt auch das Skript zu "Erin Brockovich", dem ein brillanter Regisseur wie Steven Soderbergh einiges abgewinnen konnte. Doch Betty Thomas schafft es nicht, in "28 Tage" die Balance zwischen Komödie und Problemfilm herzustellen.

"28 Tage" ist vielmehr ein erzkonservatives Frauendrama ohne Höhepunkte - ein konstruiertes, schwergängiges Lehrstück voller aufgesetzter Dialoge. Der Film ist so didaktisch, dass er vor lauter Zaunpfahlwinken und Extremen glatt vergisst, eine Geschichte zu erzählen. Ehrliches Mitgefühl kann man mit diesen Insassen einer Entzugsklinik jedenfalls nicht empfinden.

Am Ende fragt man sich, wen man hier eigentlich lieber mochte: die heillos überdrehte Drogen-Gwen der ersten Filmminuten - oder die brave Spießerin, die sie am Schluss geworden ist.




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