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Corellis Mandoline
Corellis Mandoline
© United International Pictures

Kritik: Corellis Mandoline (2001)


Man ahnt schnell, wie die Idee zu diesem Film sich in den Köpfen der Produzenten konstituiert hat und dann langsam Konturen gewann. Der weltweite Erfolg des „englischen Patienten“ hat für den motivierenden Anschub gesorgt. Wir brauchen: ein bisschen Krieg (wenn’s geht in exotischer Umgebung wegen der schönen Bilder), ein paar Nazis (kommen als ultimative Bösewichter immer gut), jede Menge Folklore (damit es was zum Kaputtmachen gibt) und natürlich die große Liebe (am besten Länder- Kultur- und Temperament übergreifend, also für jeden etwas). In etwa diese unerquickliche Mischung war es, die dem „englischen Patienten“ vor einigen Jahren einen erstaunlichen Geld- und Oscarsegen einbrachte. Obwohl die Zutaten die gleichen sind, wird es bei „Corellis Mandoline“ (der auch „der italienische“ oder „der griechische Patient“ heißen könnte) nicht klappen. Zu offensichtlich ist bei diesem reinen Produzentenfilm, dass die einzelnen filmischen Elemente zusammengekauft und lieblos nebeneinander gestellt wurden. Zu einem stimmigen Ganzen findet „Corellis Mandoline“ nie. In der Geschichte sind nicht wenige Kitschfallen versteckt, und der Film lässt nicht eine aus. Das ist meist peinlich, in einigen Fällen aber doch, vor allem wenn’s ums heroische Männerbild samt kriegerischem Pathos geht, krass ärgerlich. Gleiches gilt für die Dialoge, die hohle Sprüche der Marke „Manchmal ist es besser zu unterliegen, als Blut an den Händen zu haben“ im Dutzend bieten. Aufgesagt wird dergleichen Schmonzes von einer erstaunlichen Ansammlung von Stars, die gleichwohl größtenteils völlige Fehlbesetzungen sind. Nicolas Cage glaubt man den romantisch-verträumten Italiener ebenso wenig wie Christian Bale den einfältigen und bodenständigen Griechen. Da passt es durchaus ins Bild, dass die zentrale Liebesgeschichte zwischen der griechischen Dorfschönheit (Penelope Cruz) und dem italienischen Besatzer mit schlechtem Gewissen(Nicolas Cage) nie funktioniert und völlig unglaubwürdig ist. Was die Griechin, die den ungebetenen Italiener aus guten Gründen verabscheut, plötzlich zu ihm hinzieht, ist völlig unklar und somit reinstes Drehbuch-Konstrukt. Unterm Strich bleibt die Verwunderung, wie ein renommierter, oscar-geschmückter Regisseur wie John Madden („Shakespeare in Love“) sich zu einem derart vorgestrigen Filmchen hinreißen lassen konnte.




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