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Kritik: Shadow of the Vampire (2000)


Mit einer originellen Prämisse erweitert der ambitionierte Regisseur E. Elias Merhige den um Gerüchte und Geheimnisse nicht gerade armen Stummfilmklassiker "Nosferatu", indem er mit der Hypothese spielt, dass der Graf Orlock-Darsteller Max Schreck tatsächlich ein finsterer Vampir war. Und der besessene Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau hätte im Namen der Kunst eiskalt seine Filmcrew geopfert. Merhige, der seine Liebe zum Expressionismus bereits 1991 mit der hervorragenden Phantasmagorie "Begotten" ausdrückte, nimmt es mit den historischen Details nicht sonderlich genau. Das mag auf manche schludrig wirken, zeugt aber von einer verspielten, typischen postmodernen Unschärfe: ganz salopp und hemmungslos suhlt sich Merhige in den Stereotypen der roaring twenties und wandelt ebenso zwanglos auf den Spuren des Snuff-Films, eingetunkt in eine kräftige Prise schwarzen Humors. Ernst zu nehmen ist das schräge Werk kaum und wenn man Merhige eine augenzwinkernde Mischung aus Hommage und Komödie unterstellt, schmeichelt man ihm noch. Die ausgesprochen erstklassige Besetzung - Willem Dafoe als Orlock, John Malkovich als Murnau nebst Udo Kier und Catherine McCormack - laviert oftmals zwischen Lächerlichkeit und Euphorie. Ob damit der Dracula-Mythos ehrenhaft erweitert wurde, ist angesichts dieses halb parodistischen, halb ernsten Experiments keine leichte Frage.





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