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Kritik: Die purpurnen Flüsse (2000)


Manchmal kann man Filme beobachten, bei denen die technische Umsetzung in Form der faszinierenden Bilder, des wirkungsvollen Musikeinsatzes und der überzeugenden Schnitttechnik den inhaltlichen Schwachsinn soweit zudecken kann, dass es ein Vergnügen ist, dem Budenzauber zuzusehen. Genau das passiert bei Mathieu Kassovitz' Ausflug in den Mainstream des Serienkillerfilms. Die Geschichte um eine autarke Universitätsstadt in den Alpen, welche ein perverses Geheimnis hütet, das jetzt eine Leiche nach der anderen hervorbringt, dient nur zur Spannungsproduktion. Inhaltlich opfert der Film seine Themen von rechter Ideologie, kranker Wissenschaftspraktizierung und menschlichen Abgründen dem möglichst spektakulären Ablauf des Geschehens. Auf geradezu schamlose Weise beutet "Die purpurnen Flüsse" seine handelnden Akteure aus, um Bilder von ekelhafter Schönheit zu kreieren. Das beginnt bereits beim Vorspann, wo die erste Leiche in genüsslicher Weise von einer Kamerafahrt über den ganzen Körper umschmeichelt wird. Das zarte, blasse Blau des Körpers strahlt gleichzeitig die Schönheit des Friedlichen wie auch den Pesthauch des Todes aus. Wenigstens kann der Zuschauer sich nicht beschweren, dass er nicht rechtzeitig auf das Folgende vorbereitet worden wäre. Die Schönheit und Ästhetik von Gewalt und Tod feiert der Film in seinen elegant komponierten Scope-Bildern aus leichentuchartigen Schneeensembeln, bizarren Todesopferarrangements oder rasanten Verfolgungsjagden. Dabei verirrt sich das Geschehen in den Fallstricken seiner eigenen Konstruktion, so dass die Schlussfolgerungen teilweise nicht mehr nachvollziehbar sind. Besonders trashig fällt dann auch das Ende aus.





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