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Kritik: Blade 2 (2002)


Ein wahrer Leckerbissen ist die Fortsetzung zum Überraschungshit von 1998. Die von Guillermo del Toro inszenierte Marvel-Adaption übertrifft das (keinesfalls schlechte) Original bei weitem und widerlegt fröhlich die Regel, dass Sequels schlechter als ihre Vorgänger sind. Del Toros Erfahrungen ("Cronos" und "Mimic") kommen dem Horrorthriller zu Pass - die morbide Poesie des ersten und die schreckensreichen Katakomben des zweiten sind im druckvollen Preschen der actionsatten Handlung allgegenwärtig. Es bleiben kaum Wünsche offen: Hervorragend choreographierte Nahkämpfe, bis zur Ekelgrenze blutige, überraschend detaillierte Effekte, ein "Vampires" locker hinter sich lassendes Waffenarsenal; die düster-verfallenen Kulissen Prags und die zu Bestien mutierte Vampirbrut zeitigen ein Schaudern, wie es bei derart aufwändigen Produktionen (45 Mio. Dollar) so gut wie nie vorkommt. Die permanent aufgesetze Coolness - sunglasses at night - gehört zu den notwendigen Übeln, die es zu ertragen gilt, marktgerechte Beschallung und Videogame-Nähe ebenfalls. Pop und Plastik aus dem Erstling sind dafür geronnenem Blut und stygischen Abgründen gewichen. Neben der knallharten Actionladung keimt in den Atempausen eine angedeutete Liebe, die dem melancholischen Geist der Romantik gerecht wird. Beide Plots - die Jagd und die Liebe - hätten freilich besser als eigenständiger Film funktioniert. Sie graben sich gelegentlich das Wasser ab und wirken nicht richtig entfaltet. Dennoch ist "Blade 2" der beste Genrefilm seit langem, der eine hervorragende Ergänzung zu "Vampire Hunter D: Bloodlust" darstellt.




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