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The Fast and the Furious
The Fast and the Furious
© United International Pictures

Kritik: The Fast and the Furious (2001)


Eines der typischen B-Picture-Genres der 70er Jahre, nicht selten aus dem Hause Roger Corman, waren PS-Kracher der Marke "Die Blechpiraten". Hierbei durfte das Gehirn getrost an der Kinokasse abgegeben werden, ging es doch meist allein um Adrenalinschübe mittels brachialer Zerstörungsorgien. Hier konnten Käfer- und 2CV-Fahrer sich anschauen, was richtige Autos sind, wie man damit umgeht und weshalb man erst so richtig frei ist wenn’s nur genügend scheppert, qualmt, quietscht, fackelt und mieft. Die Filme waren oft gerade wegen ihrer weit gehenden Sinnfreiheit unterhaltsam und funktionierten nach dem heimlichen Spießerprinzip "Was verboten ist macht am meisten Spaß". Gleiches gilt für die Renaissance des Genres im aktuellen Kinojahr. Gleich mehrere Bleifuß-Actioners propagieren in den vergangenen und kommenden Monaten ihre schlichte Vollgas-Ideologie. "The Fast And The Furious" ist der virtuoseste unter ihnen. Dominic ist der Chef einer exquisiten Autowerkstatt in einem weniger eleganten Stadtteil von Los Angeles. Autos und der Rausch der Geschwindigkeit sind seine Leidenschaft. Und der frönt er nicht nur tagsüber, sondern vor allem nächtens. Mit einigen Mitstreitern aus der Werkstatt fährt und organisiert er illegale Straßenrennen. Beim spektakulären Street-Racing jagen die hochgetunten Geschosse auf vier Rädern mit 250 Sachen durch Straßenschluchten.
Aber Dominic und seine Leute werden nicht nur wegen gravierender Übertretungen der Straßenverkehrsordnung von der Polizei beobachtet. Die Gang steht im Verdacht, verantwortlich für etliche aberwitzige LKW-Überfälle auf offenem Freeway bei vollem Tempo zu sein.
Mit Brian O’Connor wird ein Undercover-Cop in Dominics Werkstatt geschleust. Doch der junge Polizist, selbst ein Freund von Adrenalinschüben und Bleifuß, sympathisiert nicht nur mit dem unkonventionellen Lebensstil, er freundet sich gar mit Dominic an. Der Interessenkonflikt verschärft sich, als sich Brian auch noch in die Schwester des Street-Racers verliebt. Doch eines Tages hat Vince, der verwegenste Fahrer des Teams, einen vagen Verdacht und beginnt, Brian akribisch zu beobachten. Und als schließlich ein neuerlicher LKW-Überfall vorbereitet wird, eskalieren die Dinge endgültig. Eines ist klar: Wer auch nur in Ansätzen geistige Nahrung sucht, ist in diesem Film völlig fehl am Platze. Die Geschichte ist hirnrissig, die Ausbreitung zügellosen Machogehabes lächerlich und die Charaktere pure Schablonen. So gesehen ist das Ganze in höchstem Maße spätpubertär. Dass "The Fast And The Furious" dennoch Spaß macht, liegt an der fesselnden, einem Highspeed-Spektakel angemessenen Machart. Das Tempo ist furious (!), die Actionsequenzen schlicht atemberaubend . Überhaupt ist die ganze Inszenierung rasant und stets phantasievoll. Von den Darstellern vermag allein Vin Diesel zu überzeugen, was weniger an seinem vielschichtigen Spiel, als an seiner schier berstenden Präsenz liegt. Hier scheint ein Nachfolger für die in die Jahre kommenden Hollywood Haudegen der schlichteren Art in Sicht. Erstaunliches Fazit: "The Fast And The Furious" – selten dämlich und trotzdem gut.




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