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One Hour Photo (2002)

US-Thriller von Mark Romanek mit Robin Williams und Connie Nielsen.User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

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Sy Parrish (Robin Williams), Leiter der Fotoabteilung in einem Supermarkt, macht – wie jeden Tag – seinen Job. Doch heute ist ein besonderer Tag. Denn Nina Yorkin, eine treue Kundin, holt wieder einmal die fotografischen Beweise ihres glücklichen Familienlebens ab, die Sy wie immer mit besonderer Sorgfalt entwickelt hat. Die attraktive Mittdreißigerin ahnt nicht, dass der freundliche Mann hinter dem Ladentisch seit Jahren ihre Fotos heimlich vervielfältigt und bei sich daheim an der Wohnzimmerwand – akribisch aneinander gereiht – aufhängt. So weiß Sy so ziemlich alles über Nina, ihren sympathischen Sohn Jake und Ehemann Will.

Der Foto-Mann, der einsam und zurückgezogen lebt, identifiziert sich inzwischen so sehr mit den Yorkins, dass er sich für das Wohlergehen der Familie verantwortlich fühlt. Als Sy eines Tages dahinter kommt, dass Will Yorkin seine Frau betrügt und damit sein Idealbild der Familie mit einem Mal zerstört ist, reift in ihm ein mörderischer Plan: Er beschließt, die betrogene Nina zu rächen.

Filmkritik

Für manche Menschen ist das Leben in Illusionen das einzige Glück, welches ihnen in ihrem Dasein bleibt. Regisseur Mark Romanek erzählt in "One Hour Photo" von den künstlichen Trugbildern der amerikanischen Gesellschaft, indem er anhand eines SavMart-Angestellten eine Studie über Einsamkeit und Isolation anstellt. Robin Williams spielt diesen Mann als etwas verschrobenen Sonderling mit übertriebener Höflichkeit, der den Photo-Laden innerhalb des Supermarktes leitet. Die Schnappschüsse seiner Kunden, Momente des Glücks aus deren Leben, bereiten ihm eine innere Befriedigung. Er, dessen Existenz durch Trostlosigkeit geprägt ist, ernährt sich von solchen Illusionen einer heilen Welt, wie ein Säugling von der Muttermilch. Vor allem eine Familie, die zu den Stammkunden gehört, hat es ihm so angetan, das er sich mehrfach als dazugehöriges Mitglied in ihre wunderbare Welt hineinträumt. Zögerlich nähert sich der Angestellte deren jungem Sohn mit Geschenken. Als er aber durch Zufall feststellen muss, dass der Familienvater seine Frau betrügt, bricht für den Angestellten eine Welt zusammen. Er setzt alles daran, den Ehebruch nicht ungesühnt zu lassen. Gleichzeitig wird er noch wegen Unregelmäßigkeiten entlassen. Der zweifache Zusammenbruch der Scheinwelten entwickelt sich als konsequente Reflexion über die Ideale einer Gesellschaft. Mit klinisch reinen Bildern setzt Romanek die Atmosphäre innerhalb des SavMarts in Szene. "Das sind nicht ihre Kunden, das sind SavMart-Kunden", weist der Manager den Photo-Laden-Angestellten an einer Stelle zurecht. Nichts, nicht einmal persönliche Beziehungen zu den Konsumenten, darf die oberflächlich saubere Welt des Kaufparadieses stören. Das gehört ebenso zum Charakter der idealisierten Wirklichkeit, wie das konsequente Ausblenden unglücklicher Momente auf den Familienphotos. Der Angestellte, dem sein Ersatzglück genommen wurde, hebt mit Hilfe einer aggressiven Naivität den Schleier vom trügerischen Märchenland. Er ist die stets bedrohliche Wiederkehr einer abnormen Tugendhaftigkeit, eine Gefahr, die auch in "One Hour Photo" immer auf spannende Weise präsent ist.




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Land: USA
Jahr: 2002
Genre: Thriller
Länge: 96 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 09.01.2003
Regie: Mark Romanek
Darsteller: Robin Williams, Connie Nielsen, Gary Cole
Verleih: 20th Century Fox

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