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Wir waren Helden (2002)

We Were Soldiers Once...and Young

"Der Soldat James Ryan" in Vietnam. Dieser US-Abenteurfilm mit Mel Gibson will beides zugleich sein: Pro-militaristisches und patriotisches Heldenlied und liberaler, quasi-realistischer Anti-Kriegsfilm mit harten Effekten...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Obwohl Lieutenant Colonel Hal G. Moore als erfahrener Militär-Stratege einzuschätzen vermag, dass er fast chancenlos in das "Ia Drang Tal" (Tal im Schatten des Todes) geschickt wird, bleibt ihm nichts Anderes übrig, als seine Männer auf Vietnam vorzubereiten. Doch selbst er ist nicht auf die folgende Kamikaze-Mission vorbereitet, die er und seine 400 Männer auszuführen haben. Einmal auf fremdem Boden gelandet, wird jeder Plan, jedes Kalkül umgehend pulverisiert, und alle ursprünglichen Befürchtungen Moores erweisen sich als sogar noch untertrieben. Irgendwann scheint es kaum noch um Sieg oder Niederlage zu gehen, sondern nur noch darum, das eigene Leben und das der Männer, die ringsum im Dschungel kauern, zu schützen.

Filmkritik

Der amerikanische Kriegsfilm der Woche könnte abermals als John-Wayne-Gedächtsnisfeier durchgehen, die nach Bosnien, Hitler-Deutschland und Somalia nun in Vietnam stattfindet und ihr pompöses Heldenlied von der ersten blutigen Schlacht singt, in die GI-Bodentruppen im November 1965 verwickelt wurden. Nach dem autobiographischen Roman des damaligen Einsatzleiters Lt. Gen. Hal Moore ("We Were Soldiers Once... and Young") bemüht sich Randall Wallace, der Drehbuchautor von "Pearl Harbor" um eine heldengerechte Denkmalspflege. Mel Gibson führt die tadellosen Mannen an, die in der ersten Stunde als Familienväter, Patrioten und Soldaten verklärt werden, um in der zweiten durch eine Feuertaufe zu gehen, bei der Wallace alle bekannten Register zieht, um das Publikum emotional mitfiebern zu lassen. Das Tadellose Gott-ist-auf-unserer-Seite-Schlachtengemälde ist von A bis Z ein durchkalkulierter Pathos-Erguss, der vom perfekten, braven Helden in Uniform schwärmt, der auch in der Hölle noch seine Pflicht erfüllt. Immerhin fehlt der faschistische Unterton früherer John Wayne-Einsätze und gesteht den Vietcong eine neutrale Darstellung zu. Wie im hier zu Lande wohl nie ins Kino gelangenden "Black Hawk Down" (der Verleih hatte die Hosen voll) schildert Wallace in unabwendbarer Grausamkeit jedes Detail, das zwar durchaus schockierenden Gehalt hat, aber nur eine bessere Entschuldigung für eine hemmungslose Splatter-Orgie ist, die von den Moralgremien sicher nicht geahndet wird, weil sie über den Nachahmungsverdacht des Horrorfilms erhaben ist. Trotz aller hochgehaltenen Werte - von gläubigen Katholiken bis bedingungsloser Vaterlandsliebe - trieft "Wir waren Helden" nicht so voller Schmalz wie befürchtet - auch wenn die unerträglich wallende Musik dies nahelegt. Selbst im Dickicht der Treueschwüre bleibt ein gewisser liberaler Ton, der immerhin nicht blind kriegstreiberisch ist. Bleibt nur die Frage, wieso die neue Kriegsfilmwelle auftritt, als hätte es "Apocalypse Now", "Platoon" und "Full Metal Jacket" nie gegeben.




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Land: USA
Jahr: 2002
Genre: Abenteuer
Länge: 140 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 04.07.2002
Regie: Randall Wallace
Darsteller: Mel Gibson, Madeleine Stowe, Greg Kinnear
Verleih: Concorde

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