VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Monster s Ball - Poster
Monster s Ball - Poster
© Tobis Film

Kritik: Monster´s Ball (2001)


Das von Lions Gate Films produzierte Drama hat den hervorragenden Hauptdarstellern Halle Berry und Billy Bob Thornton in den Vereingten Staaten einige Auszeichnungen und viele Nominierungen gebracht. Und das völlig zu Recht, denn von ihren Leistungen lebt "Monster´s Ball" besonders. Der schweizerische Regisseur Marc Forster erzählt von einer Familie von Vollstreckungsbeamten im Todestrakt eines Strafgefängnisses im amerikanischen Süden. Der Großvater Peter Boyle ist ein egoistisches, herzloses, rassistisches Wrack, sein Sohn Billy Bob Thornton steht ihm in Härte in fast nichts nach. Der Enkel Heath Ledger zerbricht am Hass seines Vaters und nimmt sich das Leben. Das bringt Thornton zur Besinnung, er beginnt, sein Leben zu überdenken, und quittiert den Dienst, der immer der Stolz des männlichen Teils der Familie war, die ohne Frauen lebt. Durch einen dramatischen Zufall lernt Thornton Halle Berry kennen, deren Mann Sean Combs er zum Elektrischen Stuhl geführt hatte, was diese nicht weiß. Beide greifen in für sie verzweifelten Situationen nacheinander wie Ertrinkende nach einem Strohhalm und ergreifen so die Chance auf einen Neubeginn. Ein düsterer, prosaischer Film über Rassismus und die Rettung durch Umkehr und Besinnung, aber ohne religiöse Untertöne und mit einer hoffnungsvollen Wendung und einem optimistischen Ende. Dieses Drama lebt eindeutig von seinen Schauspielern, aber auch das Drehbuch spart nicht mit aufregenden Szenen wie der Exekution von Combs, dem Tod von Halles Sohn und der Konfrontation zwischen Boyle und Miss Berry. Zugleich driftet es aber nie in aufgesetzte Unglaubwürdigkeiten ab, sondern bleibt immer der Realität verhaftet und nimmt sich für das Erzählte Zeit. Forster schafft es, eine Grundspannung aufrecht zu erhalten und mit einigen Wendungen zu überraschen: Der Selbstmord von Ledger zum Beispiel ist ein echter Schock und beendet das zu erwartende Generationendrama ebenso schnell wie unvermittelt. Zudem dürfte die Sexszene zwischen Halle und Billy Bob in ihrer Intensität wohl nicht so schnell zu übertreffen sein. In den USA wurden sie deshalb nur gekürzt gezeigt.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.