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Heath Ledger (1979-2008)

Wissenswertes

Geboren: ✹ 04. April 1979 in Perth, Australien
Gestorben: ✟ 22. Januar 2008 in Soho, Manhattan, New York im Alter von 28 Jahren
Name: Heathcliff Andrew Ledger
Größe: 185 cm
Augenfarbe: braun

Heath heißt eigentlich Heathcliff - er und seine vier Jahre ältere Schwester Katherine wurden nach den tragischen Hauptcharakteren aus Emily Brontës "Sturmhöhe" benannt

Lehnte die Hauptrollen in "Spider-Man" und Oliver Stones "Alexander" ab

Aus einem Interview mit der New York Daily News (2006):
"Als ich angefangen habe, mir einige meiner Filme anzusehen, wurde mir klar, dass ich Filme drehe, die ich selbst nicht unbedingt sehen wollen würde (lächelt). Ich dachte, ich muss vorsichtiger bei meiner Auswahl sein - es spiegelt das wieder, was ich bin. (...) Während ich Werbung für 'Ritter aus Leidenschaft' machte, kam ich mir wie ein Produkt vor. (...) Langsam wurde mir klar, dass ich an dieser Kreuzung angekommen war, von der aus Entscheidungen meine Zukunft diktieren würde. Und ich habe einfach die Bremse angezogen."

Über "Brokeback Mountain":
"Ich hatte das Gefühl, dass es diese Geschichte noch nicht auf die große Leinwand geschafft hatte. Ich dachte, es sei eine Gelegenheit, diese Art der Liebe zu repräsentieren und homosexuelle Liebe - 'man on man' oder 'woman on woman love' – einmal nicht als eine Krankheit oder Seuche zu porträtieren oder etwas, dass geheilt werden kann oder eine Wahl des Lebensstils darstellt. Der Ausmaß der Gefühle und der Intimität in diesen Beziehungen ist exakt dasselbe, was bei heterosexueller Liebe passiert. Und ich dachte, das ist unglaublich wichtig und dass es gut wäre, zu versuchen, ein paar Leuten das Bewusstsein dafür zu öffnen."

"Jedesmal, wenn ich eine Rolle haben will oder eine Rolle bekomme, versuche ich, da wieder rauszukommen und glaube, dass ich das gar nicht kann oder nicht tun sollte. Aber ich erkenne das auch als einen notwendigen Teil von mir an, der versucht, mich zu überzeugen - dass ich mich mehr konzentriere und mich selbst und meine eigenen Ängste überwinde."

Oscar 2009
The Dark Knight
The Dark Knight
+Bester Nebendarsteller
2008


Bildergalerie

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Biographie

Ledger wurde als zweites Kind von Sally Ledger Bell und Kim Ledger in der australischen Westküstenmetropole Perth geboren. Seine Mutter, eine Französischlehrerin, entstammt dem schottischen Campbell Clan. Sein Vater, Bergbauingenieur und Rennfahrer, ist Erbe einer großen Gießerei in Perth und Sprößling einer wohlhabenden Familie. Die Eltern ließen sich scheiden, als Heath zehn Jahre alt war.
Heath heißt eigentlich Heathcliff - er und seine vier Jahre ältere Schwester Katherine wurden nach den tragischen Hauptcharakteren aus Emily Brontës "Sturmhöhe" benannt. Als Kind besuchte Heath eine exklusive Privatschule für Jungen, Guildford Grammar School, und sammelte dort im Drama Club erste Schauspiel-Erfahrungen, inspiriert von einigen Bühneauftritten seiner älteren Schwester. Mit 10 Jahren spielte er in einer Schulaufführung Peter Pan.

Mit 16 Jahren absolvierte er frühzeitig seine Abschlussklausuren, um in Sydney eine Karriere als Schauspieler zu starten, gemeinsam mit seiner damaligen Freundin Jenna Sorrell. Dort landete Heath jedoch nur einen Statistenauftritt in dem Independentdrama "Clowning Around" (1992) - tatsächlich startete er seine Karriere dann doch in Perth: In einer Episode der TV-Serie "Sweat" (1996) spielte Heath einen schwulen Profi-Radfahrer. Bei den Dreharbeiten freundete er sich mit dem Schauspieler Martin Henderson kennen, der auch zu einem Mentor für ihn wurde. Dies führte zu einer Mini-Rolle im Surfer-Thriller "Blackrock" (1997), was wiederum einige Auftritte in der australischen TV-Seifenoper "Home And Away" (1997) nach sich zog.
Der große Durchbruch gelang Heath dann mit der von Kritikern verschmähten Fantasyserie "Roar" (1997), in der er den irischen Krieger Conor darstellte. Mit der Rolle wurde er in den USA bekannt - wenn auch vorwiegend unter weiblichen Teenagern. Bei den Dreharbeiten verliebte er sich in seinen 18 Jahre älteren Co-Star Lisa Zane. Daraufhin zog er zu ihr nach Los Angeles und suchte sich einen amerikanischen Agenten.
1999 war es dann soweit: Heath wurde mit der von Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" inspirierten erfolgreichen Teeniekomödie "10 Dinge, die ich an dir hasse" schlagartig berühmt.

Die Folge war allerdings eine Flut von Teenie-Drehbüchern, auf die der inzwischen 20jährige keine Lust mehr hatte - er wies seinen Agenten an, sämtliche High School-Skripts wegzuwerfen und ließ sich in Laurel Canyon nieder, wo er eine Weile das süße Leben genoß, zusammen mit seiner neuen Freundin, dem australischen Model Christina Cauchi.
Doch schließlich ging ihm dank seiner Wählerischkeit das Geld aus, so dass er - nach eigenen Aussagen - eine Weile von japanischen Ramennudeln und Wasser lebte, bis er für Roland Emmerichs "Der Patriot" (2000) engagiert wurde. Mit der Karriere ging's danach zunächst wieder auf und ab: "Spider-Man" wollte Heath nicht spielen, weil er versuchte, sich als ernsthafter Charakterdarsteller zu etablieren. Für "Moulin Rouge" wurde er als zu jung befunden - die männliche Hauptrolle ging an Ewen McGregor. Weiter ging's dann mit "Ritter aus Leidenschaft" (2001). Bei den Dreharbeiten in Prag lernte er die neun Jahre ältere Schauspielerin Heather Graham kennen, die dort "From Hell" drehte. Sie wurde für kurze Zeit seine nächste Freundin - bis er im Sommer 2001 seine Beziehung mit Cauchi wieder aufwärmte. Wes Bentley, Ledgers Co-Star aus "Die Vier Federn" (2001), brachte ihm seine erste Charakterrolle ein: Bentley zog sich wegen Erschöpfung in letzter Sekunde aus "Monster's Ball" (2001) zurück und bat Ledger, schnell seinen Part zu übernehmen - um dem Zorn des Studios zu entgehen. Als Sonny, der sensible Sohn eines rassistischen Südstaatlers, der sich vor den Augen seines Vaters erschießt, wurde er sein romantisches Teenie-Lead-Image mit einem Schlag los und bewies sein Talent für nuanciertere Charaktere.
Dem vorläufigen Höhepunkt folgte danach der Tiefpunkt seiner Karriere: Heath begab sich nach Rom, wo er mit Brian Helgeland und einigen Co-Stars von "Ritter aus Leidenschaft" für den religiösen Thriller "Sin Eater" (2003) vor der Kamera stand - der sowohl bei der Kritik, als auch beim Publikum durchfiel. Danach kehrte er nach Australien zurück, um die Hauptrolle in einem Biopic über den berühmten Outlaw Ned Kelly zu drehen. Dabei verliebte er sich in seinen elf Jahre älteren australischen Co-Star Naomi Watts - ebenfalls eine "Home And Away"-Veteranin - die er zuvor über Martin Henderson kennen gelernt hatte, neben dem sie in "The Ring" auftrat. Die Beziehung brachte ihm, sehr zu seinem Unwillen, das hartnäckige Interesse sämtlicher Klatschmagazine ein. Um deren Radar ein wenig zu entgehen und sich für ehrgeizigere Projekte offen zu halten, lehnte Ledger die Hauptrolle in Oliver Stones "Alexander" ab- was sich im Hinblick auf die desaströsen Kritiken zu dem Film als weise Entscheidung herausstellte. Stattdessen drehte er "Dogtown Boys" (2005), ein Indiedrama über das legendäre Skaterteam Z-Boys, das Ende der 70er in Kalifornien für Furore sorgte.
Es folgte Terry Gilliams "Brothers Grimm" (2005), ein Fantasyfilm, dessen Potential durch Streiteren um Finanzen und Storyline untergraben wurde. Die Zusammenarbeit mit Gilliam war für Ledger - einem leidenschaftlichen Monty Python-Fan - trotzdem ein großer Spaß.

Dass sich gewagte, der Hollywood-Norm nicht entsprechende Rollen sehr wohl lohnen können, bewies "Brokeback Mountain", Ang Lees Verfilmung einer Kurzgeschichte von E. Annie Proulx. Watts hatte Ledger ermuntert, die Rolle anzunehmen, nachdem viele andere Schauspieler aus Angst vor aggressiven Reaktionen von Kirche und Konservativen absagten. Ledger und Jake Gyllenhaal spielen Cowboys aus Wyoming, die sich zu Beginn der 60er in einer ausgeprägt homophoben Umgebung ineinander verlieben. Zu seiner Darstellung wurde Heath von seinem Onkel Neil Bell inspiriert, der im Alter von zwanzig Jahren sein Coming Out hatte.
Heath verliebte sich bei den Dreharbeiten tatsächlich - in die Texanerin Michelle Williams, die im Film seine unglückliche Gattin darstellt. Die beiden verlobten sich. Am 28. Oktober 2005 kam die gemeinsame Tochter Matilda Rose Ledger zur Welt. Gyllenhaal ist ihr Patenonkel. Ledgers Darstellung in "Brokeback Mountain" brachte ihm Nominierungen für einen Oscar und einen Golden Globe ein - obwohl der Film in den USA von lautstarken Gegnern vehement bekämpft wurde.

Als nächstes verpflichtete Heath sich allerdings als eine Art Gegenbild zum schwulen Cowboy: Er übernahm die Titelrolle in Lasse Hallströms "Casanova" (2005). Dem australischen Drogendrama "Candy" (2005), in dem Ledger einen selbstzerstörerischen Junkie spielte, war nur wenig Erfolg beschieden.
2006 übernahm er gemeinsam mit Williams Hauptrollen in Todd Haynes ehrgeizigem Bob Dylan-Biopic-Puzzle "I'm not there" - Williams war zuerst engagiert, Heath sprang ein, nachdem ein anderer Schauspieler seine Rolle fallen ließ. Die Episode um Ledgers Charakter ist von Dylans turbulenter Ehe mit Sara Lownds inspiriert. Ledgers Beziehung mit Williams ging im Sommer 2007 in die Brüche, während er als Oberschurke The Joker für Christopher Nolans "The Dark Knight" vor der Kamera stand. Bis kurz vor seinem Tod drehte Ledger wieder mit Terry Gilliam, einen weiteren Fantasyfilm mit dem Titel "The Imaginarium of Doctor Parnassus".

Am Nachmittag des 22. Januar 2008 um 15:30 wurde Ledger von seiner Haushälterin Teresa Solomon tot aufgefunden, in einem von ihm gemieteten Loft in SoHo, Manhattan. Solomon betrat die Wohnung, um die Massagetheraupeutin Diana Wolozin einzulassen, mit der Ledger um 14:45 einen Termin hatte. Er lag unbekleidet und offensichtlich ohne Bewusstsein vor seinem Bett. Die beiden Frauen versuchten vergeblich, ihn aufzuwecken und riefen zunächst Mary-Kate Olsen an - eine Freundin von Ledger - und schließlich die Polizei. Diese fand sechs verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente in der Nähe, hält einen Selbstmord allerdings für unwahrscheinlich. Es gibt keine Hinweise auf Alkohol- oder Drogenkonsum. Der Polizei gegenüber gab Solomon an, sie habe ihn noch um 13:00 schnarchen gehört.
Während der Dreharbeiten zu "The Dark Knight" nahm Ledger aufgrund von Stress und Schlafproblemen erstmals Medikamente ein, die Schlaf und Angstzustände kontrollieren sollten. Auch beim Dreh von "I'm not there" litt er nach eigenen Aussagen unter Überanstrengung.
Ledgers Co-Star in "The Imaginarium of Doctor Parnassus", der kanadische Schauspieler Christopher Plummer, gab in einem Statement gegenüber dem Entertainment Weekly-Magazin, dass Ledger kurz vor seinem Tod in London unter den feucht-kalten Drehbedingungen gelitten habe. "Heath hatte sich in London was eingefangen und schlief überhaupt nicht. Wir dachten, er hat wahrscheinlich eine Lungenentzündung. (...) Die letzten paar Tage haben wir vor einem Pub gedreht. Immer draußen. Verdammt kalt. Jeder weiß, wie feucht-kalt London werden kann. Und nachts geht die Temperatur noch weiter runter, und es wird zugig. Man muss jede Menge Klamotten tragen."

2007 begann Ledger auch, sich im Musikbereich zu engagieren. Er drehte Videos für Ben Harper und gründete ein Plattenlabel namens Masses Music Co. Die erste Künstlerin, die er unter Vertrag nahm, war Grace Woodroofe, eine Sängerin aus seiner Heimatstadt Perth. Er inszenierte außerdem das Video zu ihrer Coverversion von David Bowies "Quicksand". Im September 2007 bekundete Ledger seine Begeisterung für den melancholischen britischen Sänger Nick Drake, der sich 1974 im Alter von 26 Jahren das Leben nahm. Zu seinem Song "Black Dog" inszenierte er jüngst ein schwarz-weißes Video, dessen letzte Einstellung zeigt, wie Ledger sich selbst in der Badewanne ertränkt.

Ledgers Tod ist nach Erkenntnissen einer medizinischen Behörde in New York jedoch auf den unvorsichtigen Mix verschiedener Medikamente zurück zu führen. Das Gutachten der Autopsie diagnostiziert eine "akute Vergiftung durch die kombinierten Effekte" der verschiedenen Wirkstoffe.
Heath' Vater Kim Ledger ließ als Reaktion folgendes Statement über die Pressesprecherin seines Sohnes verlauten: "Obwohl keine Medikamente übermäßig eingenommen wurden, haben wir heute erfahren, dass sich die Kombination von ärztlich verschriebenen Drogen als tödlich für unseren Jungen herausgestellt hat. Heath Unfalltod dient als Warnung für die versteckten Gefahren der Kombination von verschriebenen Medikamenten, auch wenn die Dosierung niedrig ist."


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