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Kritik: Not a Girl (2002)


Die Verpflichtung von Britney Spears für einen Spielfilm hat hauptsächlich zwei Effekte: Zum einen ist das Interesse junger Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren gesichert, die Britney als Idol verehren, zum anderen ist das Interesse von Männern jeglichen Alters gesichert. Mit solchen Voraussetzungen im Rücken hat man erst gar nicht versucht, eine gut erzählte Geschichte zu produzieren, sondern beschränkt sich auf ein harmloses Grundgerüst. Drei Freundinnen aus Kindertagen machen sich nach acht Jahren, in denen jede ihren eigenen Weg gegangen ist, auf eine Fahrt nach LA, quer durch mehrere Staaten der USA. Während eine von Ihnen aufgrund eines Plattenfirmavorsingens unterwegs ist, möchten die beiden anderen ihren Freund beziehungsweise die Mutter besuchen, welche ihre kleine Tochter samt Vater vor Jahren verlassen hatte. Möglich wird der Ausflug dank eines geheimnisvollen Bekannten, der die drei mit seinem Auto mitnimmt. Diesem groben Handlungsablauf fügt „Not a Girl“ während der Reise nur sehr unwesentliche Punkte hinzu, manche verlieren sogar ihre Bedeutung. So findet das Wiedersehen mit der Mutter, welches scheitert, weil sie an der Tochter kein Interesse hat, nach kurzer Einführung außerhalb der Filmhandlung statt. Dass es, von einer kurzen psychischen Irritation abgesehen, keine weiteren Auswirkungen hat, ist symptomatisch für eine Welt, in der die Frage, wer das Auto fahren darf, zu den größten Konflikten zählt. Neben einer Ansammlung von belanglosen Szenen wie Lagerfeuer mit Mundharmonika oder Gitarre spielen im Hotelzimmer, welche aufgrund der albernen Attitüde gackernder Mädchen an die Miniversion einer Klassenfahrt erinnern, leistet sich „Not a Girl“ zwei üble Szenen. Zum einen präsentiert er für den Versuch der Britney Spears-Figur, zum erstenmal Sex zu haben, absichtlich einen tolpatschigen, wenig attraktiven Milchbubi, zum anderen wird die aus einer Vergewaltigung resultierende Schwangerschaft eines der Mädchen durch einen überflüssigen Unfall beendet. Wer dem Männlichkeitsklischee widerspricht hat eine Frau wie Britney nicht verdient, sagt die erste Szene, mit dem Tod des ungewollten Kindes ist das Vergewaltigungsproblem gelöst, sagt die zweite Szene. Viel widerlicher geht es nicht mehr.





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