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Der Sternwanderer
Der Sternwanderer
© Paramount Pictures International Germany

Der Sternwanderer (2007)

Stardust

Fantasy: Vorlage für den märchenhaften Streifzug war Neil Gaimans „Stardust". "Der Sternwanderer" reist in das magische Land Faerie, das durch eine Mauer von dem kleinen englischen Dorf Wall getrennt ist und zum Hauptschauplatz eines atemberaubenden Abenteuers wirdUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 12 Besucher eine Bewertung abgegeben.


England, 19. Jahrhundert.
Ein kleines Dorf mit dem bezeichnenden Namen Wall ist seit Jahrhunderten mit einer einfachen Steinmauer, beacht von einem uralten Wächter, von dem mythischen Land Stormhold getrennt. Eines Tages aber schafft es ein junger Kerl namens Dunstan (Nathaniel Parker), den Wächter zu überlisten und das magische Land zu betreten. Er landet auf einem Markt, wo er eine junge Frau (Kate McGowan) trifft, die von einer Hexe gefangen gehalten wird. Sofort verliebt sich Dunstan, ohne zu wissen, dass die junge Gefangene eine Prinzessin ist, und als er nach kurzer Zeit wieder in seine Heimat zurückkehrt, wird ihm wenig später ein „Paket“ geliefert – sein Sohn Tristan.

18 Jahre später ist Tristan (Charlie Cox), der mit seinem Vater noch immer in Wall lebt, schwer verliebt in Victoria (Sienna Miller), die eingebildete Dorfschönheit. Die Blondine allerdings hat hauptsächlich Augen für den Schnösel Humphrey (Henry Cavill). Eines Abends allerdings beobachten Victoria und der eisern um sie werbende Tristan eine Sternschnuppe auf der anderen Seite der Mauer und die Begehrte verspricht, dem Werben nachzugeben, sollte Tristan ihr zum Geburtstag die Sternschnuppe präsentieren können.

Der Liebeshungrige macht sich sofort auf den Weg, überwindet die Mauer nach Stormhold und findet schließlich auch die Sternschnuppe – die überraschenderweise als langhaarige und über ihren unerwarteten Sturz ziemlich schlecht gelaunte Blondine Yvaine (Claire Danes) daherkommt. Widerwillig lässt sich Yvaine dazu überreden, sich Tristans Schwarm zu präsentieren. Die Reise zurück zur Mauer gestaltet sich allerdings schwierig, da allerlei unangenehme Zeitgenossen danach trachten, Yvaine in die Finger zu bekommen.

Da sind Primus und Septimus, die letzten beiden von ehemals sieben Söhnen des gerade verstorbenen Königs von Stormhold (Peter O'Toole), die ganz dringend genau den geheimnisvollen Rubin suchen, der Yvaine gerammt und damit so unsanft aus dem Himmel katapultiert hat – wer den Rubin als erster in den Händen hält, soll legitimer Nachfolger des König werden.

Daneben suchen auch die drei Hexen Lamie (Michelle Pfeiffer), Empusa und Mormo nach Yvaine, deren Herz, aus der Brust gerissen und verspeist, ihnen ewige Schönheit und Jugend verspricht.

Zuflucht vor den Verfolgern finden der zunehmend in emotionalem Tumult versinkende Tristan und Yvaine auf dem fliegenden Schiff des nur scheinbar bösärtigen Piraten Captain Shakespeare (Robert De Niro)

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Filmkritik

Bisher widmete sich der britische Filmemacher Matthew Vaughn sowohl als Produzent (z.B. von Guy Ritchies „Bube, Dame, König, Gras“ und „Snatch“) als auch als Regisseur (mit seinem Regie-Debüt „Layer-Cake“) eher den harten, actionreichen Storys. Ganz anders nun „Sternwanderer“. Die Verfilmung der gleichnamigen Story des britischen Autors Neil Gaiman ist eine schöne weihnachtliche Fantasy-Komödie für die ganze Familie, die in ihrem leichten, beschwingten Tonfall gelegentlich an den Märchenkomödien-Klassiker „Die Braut des Prinzen“ erinnert.

Autor Gaiman hat einige Jahre vor „Sternwanderer“ ein Buch über Douglas Adams „Hitchhikers Guide to the Galaxy“veröffentlicht und ist mit „Scheibenwelt“-Autor Terry Pratchett – seine Vorliebe für Skuriles hat sich zum Glück auch in „Sternwanderer“ niedergeschlagen. Es gibt zahlreiche schräge Figuren und Ideen: einen uralten, aber blitzschnellen und schier unüberwindlichen Wächter an der Mauer; die sieben Söhne des Königs von Stormhold, von denen fünf nur noch als Geister das Treiben beobachten und kommentieren können, weil sie im Kampf um den Thron von einem Bruder um die Ecke gebracht wurden und natürlich den tuntigen Captain Shakespeare, gespielt von Robert De Niro, der vor seinen Männern den Brutalen gibt, im stillen Kämmerlein aber in Frauenkleidern vor dem Spiegel posiert und keiner Fliege was zu leide tun kann.

Der Name des Kapitäns verweist dabei auf eine weitere, unübersehbare Vorliebe des Autors Gaiman: Shakespeare. Es finden sich einige Referenzen, allen voran die drei Hexen Lamie, Empusa und Mormo („Macbeth“) und der König von Stormhold („King Lear“), wobei über die bei Shakespeare tragischen Figuren hier natürlich richtig gelacht werden darf.

Die Story ist nicht nur witzig und (mit wenigen Ausnahmen) überraschend kitschfrei, sie gönnt sich auch kaum eine Verschnaufpause – alles treibt die Handlung voran, nichts ist wirklich überflüssig. Auch an Set-Design und Ausstattung gibt es nichts zu meckern, alles ist so, wie man es von einem Fantasy-Abenteuer erwartet.

Aber vor allem: Die Schauspieler wirken, als hätten sie Spaß an der Sache gehabt - Robert De Niro in seinen Strapsen ebenso wie Michelle Pfeiffer, die für ihre Rolle als nach ewiger Schönheit und Jugend strebende, allerdings mächtig verwitterte alte Hexe täglich mehrere Stunden bei Maskenbildern verbringen musste. Und auch Claire Danes als gelegentlich etwas bockige Sternschnuppe und Charlie Cox als der Anfangs recht tollpatschige Tristan machen ihre Sache gut und lassen mitfiebern.

Alles in allem kann Regisseur Matthew Vaughn also mächtig zufrieden sein mit seinem Ausflug in Fantasy-Gefilde – ebenso wie die Zuschauer.




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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Jahr: 2007
Genre: Fantasy
Länge: 127 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 18.10.2007
Regie: Matthew Vaughn
Darsteller: Joanna Scanlan, Sienna Miller, Rupert Everett
Verleih: United International Pictures

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