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Der Sternwanderer
Der Sternwanderer
© Paramount Pictures International Germany

Kritik: Der Sternwanderer (2007)


Bisher widmete sich der britische Filmemacher Matthew Vaughn sowohl als Produzent (z.B. von Guy Ritchies „Bube, Dame, König, Gras“ und „Snatch“) als auch als Regisseur (mit seinem Regie-Debüt „Layer-Cake“) eher den harten, actionreichen Storys. Ganz anders nun „Sternwanderer“. Die Verfilmung der gleichnamigen Story des britischen Autors Neil Gaiman ist eine schöne weihnachtliche Fantasy-Komödie für die ganze Familie, die in ihrem leichten, beschwingten Tonfall gelegentlich an den Märchenkomödien-Klassiker „Die Braut des Prinzen“ erinnert.

Autor Gaiman hat einige Jahre vor „Sternwanderer“ ein Buch über Douglas Adams „Hitchhikers Guide to the Galaxy“veröffentlicht und ist mit „Scheibenwelt“-Autor Terry Pratchett – seine Vorliebe für Skuriles hat sich zum Glück auch in „Sternwanderer“ niedergeschlagen. Es gibt zahlreiche schräge Figuren und Ideen: einen uralten, aber blitzschnellen und schier unüberwindlichen Wächter an der Mauer; die sieben Söhne des Königs von Stormhold, von denen fünf nur noch als Geister das Treiben beobachten und kommentieren können, weil sie im Kampf um den Thron von einem Bruder um die Ecke gebracht wurden und natürlich den tuntigen Captain Shakespeare, gespielt von Robert De Niro, der vor seinen Männern den Brutalen gibt, im stillen Kämmerlein aber in Frauenkleidern vor dem Spiegel posiert und keiner Fliege was zu leide tun kann.

Der Name des Kapitäns verweist dabei auf eine weitere, unübersehbare Vorliebe des Autors Gaiman: Shakespeare. Es finden sich einige Referenzen, allen voran die drei Hexen Lamie, Empusa und Mormo („Macbeth“) und der König von Stormhold („King Lear“), wobei über die bei Shakespeare tragischen Figuren hier natürlich richtig gelacht werden darf.

Die Story ist nicht nur witzig und (mit wenigen Ausnahmen) überraschend kitschfrei, sie gönnt sich auch kaum eine Verschnaufpause – alles treibt die Handlung voran, nichts ist wirklich überflüssig. Auch an Set-Design und Ausstattung gibt es nichts zu meckern, alles ist so, wie man es von einem Fantasy-Abenteuer erwartet.

Aber vor allem: Die Schauspieler wirken, als hätten sie Spaß an der Sache gehabt - Robert De Niro in seinen Strapsen ebenso wie Michelle Pfeiffer, die für ihre Rolle als nach ewiger Schönheit und Jugend strebende, allerdings mächtig verwitterte alte Hexe täglich mehrere Stunden bei Maskenbildern verbringen musste. Und auch Claire Danes als gelegentlich etwas bockige Sternschnuppe und Charlie Cox als der Anfangs recht tollpatschige Tristan machen ihre Sache gut und lassen mitfiebern.

Alles in allem kann Regisseur Matthew Vaughn also mächtig zufrieden sein mit seinem Ausflug in Fantasy-Gefilde – ebenso wie die Zuschauer.





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