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1 Mord für 2 (2007)

Sleuth

Thriller: Ein Schriftsteller (Michael Caine) liefert sich mit dem arbeitslosen Schauspieler (Jude Law), der ihm seine Frau ausgespannt hat, ein intellektuelles Duell: Ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel mit vielen plötzlichen Wendungen und mörderischen KonsequenzenUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.9 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 9 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Der Millionär und Krimiautor Andrew Wyke (Caine) empfängt den weitaus jüngeren, attraktiven aber erfolglosen Schauspieler Milo Tindle (Law) in seiner modernen Designervilla. Tindle ist mit Wykes Frau durchgebrannt und fordert nun von dem älteren Herren, sich scheiden zu lassen.
Der Gastgeber scheint einverstanden und gibt vor, Tindle einen lukrativen aber kriminellen Deal vorzuschlagen. Ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel nimmt seinen Lauf, bei dem nie ganz klar ist, welcher der beiden Rivalen gerade wirklich die Fäden in der Hand hält. Eine Attacke folgt der anderen in einem Gefecht um Überlegenheit und Demütigung.

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Michael Caine als Andrew Wyke (li.), Jude Law als...(re.)Michael CaineJude Law als Milo TindleAndrew Wyke (Michael Caine) und Milo Tindle (Jude Law)Andrew Wyke (Michael Caine) und Milo Tindle (Jude Law)Andrew Wyke (Michael Caine)


Filmkritik

Jude Law spielt nach „Alfie“ zum zweiten mal eine klassische (und seinerzeit Oscar-nominierte) von Michael Caine geprägte Rolle. Das Besondere an der Neuauflage von "Mord mit kleinen Fehlern" (1972) ist jedoch, dass der inzwischen 74jährige Caine selbst wieder mit dabei ist – in der Rolle seines einstigen Antagonisten.
"1 Mord für 2" lautet der ungelenke deutsche Titel von „Sleuth“ (= Schnüffler). Der Film basiert auf einem Theaterstück von Anthony Shaffer, das für die neue Version vom Nobel-Preisträger Harold Pinter adaptiert wurde - und zwar als bösartiger Hahnenkampf: Zwei Männer kämpfen vordergründig um eine Frau, eigentlich aber um Macht. Der Gewinn: Die absolute Erniedrigung des Gegners.

Die Umkämpfte ist zwar nie zu sehen, aber dennoch ständig präsent. In Pinters Version ist sie die Innenarchitektin von Caines musealem Anwesen, das sie mit unzähligen digitalen Design-Chichis, blauem Licht und Überwachungskameras ausgestattet hat. Das gemeinsame Heim wirkt wie ein raffiniertes aber eiskaltes Labyrinth, der Hausherr scheint mit einer Fernbedienung alles im Griff zu haben. Und schließlich muss Kenneth Branagh natürlich auch rechtfertigen, dass er ein Kammerspiel für zwei ins Kino bringt... Dabei hätte er sich einfach auch auf Pinters makaberen Humor verlassen können, der sich in feingeschliffenen, spitzzüngigen Wortduellen entlädt. Daher sollte man sich den Film am besten als OmU ansehen.

Die Figurenkonstellation stimmt mit dem Original überein: Der erfolgreiche Krimi-Autor Andrew Wyke hat sich scheinbar damit abgefunden, dass seine Frau ihn mit dem jungen, armen Friseur und Möchtegern-Schauspieler Milo Tindle betrügt. Er lädt ihn zu sich ein, gibt sich gönnerhaft und fast lächerlich angeberisch. Schließlich erlaubt er Tindle, seine Frau zu übernehmen - sofern er ihr einen angemessenen Lebensstil bieten kann. Da dem nicht so ist, bietet Wyke ihm an, gemeinsam einen Versicherungsbetrug durchzuziehen: Tindle soll ihre Juwelen stehlen. Entgegen jeglicher Vernunft – immerhin stammt der Vorschlag von einem Krimiautor, der ihn per Fernbedienung durchs Haus lotst – willigt Milo mit gespielt unbekümmerter Aufsässigkeit ein.

Es beginnt ein überspitztes Spiel der Identitäten: "You’re now you." Aber keiner von beiden weiß die ganze Zeit über genau, woran er ist und wer wann gepunktet hat. Tindle hat zwar die Frau auf seiner Seite, dafür aber ihre intelligente Schöpfung gegen sich, beispielsweise einen Käfig-artigen Aufzug. Wykes kühlem Kopf begegnet Law als Tindle mit geschmeidiger Köperlichkeit und gerissenem Charme. Beide Schauspieler lassen gleichzeitig durchscheinen, was ihre Charaktere gemeinsam haben – nämlich unterschwelligen Wahn, der, während sie sich lauernd umzingeln, immer mal wieder herausbricht.

Letztendlich schätzen sich die Kampfhähne beide falsch ein. Pinters Endpointe entspricht dieser Ambivalenz dann auch mit bitterer Konsequenz. Ob das notwendig ist, sei dahingestellt; bilden doch die komischen Elemente das Herz des ansonsten unterkühlten Films. Dennoch behält man "Sleuth" als spannendes, präzise gespieltes Charakterstück in Erinnerung, dem eine etwas unaufdringlichere Stilisierung mit weniger Gimmicks gut getan hätte.





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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA
Jahr: 2007
Genre: Thriller
Länge: 86 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 20.12.2007
Regie: Kenneth Branagh
Darsteller: Michael Caine, Jude Law
Verleih: Concorde

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Jude Law als Milo Tindle - '1 Mord für 2'
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Jude Law als Friseur
Law in “Mord mit kleinen Fehlern”




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