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Forrest Gump
Forrest Gump
© Universal Pictures Germany

Kritik: Forrest Gump (1994)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Forrest Gump" ist dem Regisseur Robert Zemeckis ("Zurück in die Zukunft", "Cast Away") im Jahre 1994 ein moderner Kinoklassiker gelungen, der mit sechs Oscars und zahlreichen weiteren Preisen ausgezeichnet wurde. Auf Basis des gleichnamigen Romans von Winston Groom schildert das Drehbuch von Eric Roth das Heranwachsen eines Jungen in den Südstaaten und kombiniert dies mit einem oftmals satirischen Blick auf mehrere Jahrzehnte der US-amerikanischen Zeitgeschichte. In technischer Perfektion setzen Zemeckis und sein Team den Plot in eindrücklichen Leinwandbildern in Szene, indem sie den Protagonisten etwa in dokumentarisches Material hineinmontieren. So trifft der Titelheld unter anderem auf historische Persönlichkeiten wie John F. Kennedy und Richard Nixon.

Durch visuelle Einfälle wie die animierte Feder, der die Kamera im Laufe der Titelsequenz folgt, bis sie vor den Füßen der Hauptfigur landet, sowie durch Dialogzeilen wie "Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man kriegt" hat sich "Forrest Gump" ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben. Gewiss ist das Werk nicht frei von Kitsch und – bei gänzlich nüchterner Betrachtung – in seiner Dramaturgie recht nah an gängigen Hollywood-Konventionen; dennoch vermögen sowohl die Rahmenhandlung, in welcher Forrest in Savannah auf einer Parkbank an einer Bushaltestelle sitzt und den Wartenden seine Biografie erzählt, als auch die Rückblenden für sich einzunehmen.

Dies ist nicht zuletzt dem hervorragenden Hauptdarsteller Tom Hanks zu verdanken, der seiner Rolle die erforderliche Liebenswürdigkeit und eine gehörige Portion Witz verleiht. Flankiert wird er von einem einfühlsam spielenden Ensemble, etwa Sally Field ("Norma Rae", "Magnolien aus Stahl") als Mutter, Robin Wright ("Die Braut des Prinzen", "House of Cards") als Jugendliebe, Mykelti Williamson ("Heat", "Fences") als bester Freund und Gary Sinise ("Apollo 13", "CSI: New York") als Vorgesetzter im Krieg und späterer Geschäftspartner.

Fazit: Ein humorvolles modernes Märchen, das von seiner originellen, technisch brillanten Umsetzung und von der Schauspielleistung von Tom Hanks und dessen Co-Stars lebt.




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