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Kritik: Léon - Der Profi (1994)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Nachdem Regisseur Luc Besson bereits seit Mitte der 80er-Jahre mit Filmen wie "Subway" und "Im Rausch der Tiefe" große Erfolge in seiner französischen Heimat feierte, gelang ihm der große internationale Durchbruch erst mit "Leon – der Profi". Der weltweit von der Kritik gefeierte Mix aus Action, Killerporträt und Drama öffnete ihm die Tür nach Hollywood. Mit Hauptdarsteller Jean Reno hatte Besson zuvor bereits mehrfach zusammengearbeitet.

25 Jahre seiner Erstaufführung kommt Bessons meisterhafte Killerballade in hochauflösender Bildgebung und technisch runderneuert noch einmal in unsere Kinos. Beim erneuten Betrachten dieses Kult-Klassikers der 90er-Jahre wird einem Bessons Brillanz abermals vor Augen geführt. Selten zuvor hat man in einem Film derart mit einem Killer mitgefiebert, selten zuvor stellte ein Film die Prinzipien "Gut" und "Böse" so radikal auf den Kopf. Man entwickelt schnell Sympathien für den von Jean Reno mit einnehmender Präsenz und tiefem Gefühl gespielten Einzelgänger. Und noch mehr Mitgefühl, wenn man vom Grund erfährt, wieso Léon zum Auftragsmörder wurde.

Besson inszeniert klar, stringent und unaufgeregt, durchbricht die Ruhe aber immer wieder mit plötzlichen, knallharten Gewalteruptionen. Die Bilder, die er für sein New York der frühen 90er-Jahre findet, sind kühl und von einer unnachgiebigen Melancholie durchzogen. Wie die Hauptfigur, die erst von der toughen Mathilde aus ihrer Lethargie gerissen wird. Nathalie Portman ist ein kleines Wunder als bei ihrem Ziehvater in die Lehre gehendes Mädchen, dem die Kindheit gestohlen wird. Sie setzte sich unter 2000 Bewerberinnen für die Rolle durch.

Mathildas Verhältnis zu León steht im Mittelpunkt des Films. Viele ihrer gemeinsamen Szenen sind ikonografisch und fanden Eingang in die Popkultur. Legendäre Momente, in denen Humor und Schwermut, Unbeschwertheit und Unsicherheit oft ganz dicht beieinander liegen. Etwa wenn León Mathilda nach dem Attentat mit seiner Schweinhandpuppe aufmuntert oder diese vor ihrem Beschützer ihre legendäre Rate- und Verkleidungsshow aufführt. Diese Szenen gehen auch nach einem Vierteljahrhundert noch zu Herzen. Ebenso wie das tieftraurige, aber dennoch Hoffnung spendende Finale.

Fazit: Gefühlvoll inszenierte, brillant gespielte Killerballade über eine der außergewöhnlichsten Freundschaften im Kino der 90er-Jahre.




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