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Green Lantern (3D) - Hauptplakat
Green Lantern (3D) - Hauptplakat
© Warner Bros.

Kritik: Green Lantern (3D) (2011)


Grün ist die Farbe des Willens, gelb die der Angst. Hierzulande mag das nach einer politischen Aussage klingen, tatsächlich ist es nicht mehr, als eines der zentralen Elemente der neuesten Superheldenadaption aus dem Hause DC: "Green Lantern". Sowohl der Wille als auch die Angst stellen darin gewaltige Energieströme dar, derer man sich bemächtigen kann, um entweder zu erschaffen oder zu zerstören. Vor Äonen hat dies das älteste Volk im Universum, die sogenannten Wächter, erkannt und das Green Lantern Corps begründet. Das sind 3600 Wächter aller Spezies, ausgestattet mit machtvollen Ringen, die in der Lage sind, aus purer Willenskraft Gebilde zu formen, deren Größe oder Komplexität lediglich durch die Vorstellungskraft des Trägers beschränkt wird. Diese Wächter haben das Universum in Sektoren aufgeteilt, und jeder von ihnen wacht über einen. Ein anderes Wesen, der gefürchtete Parallax, der von der Angst lebt, glücklicherweise aber vor Urzeiten von einem Green Lantern besiegt und in den verlorenen Sektor gesperrt wurde, lauert darauf alles Lebendige zu verschlingen.
Soweit die Ausgangslage in einer der mythologisch wie von ihrer Charaktertiefe flachsten Comicadaptionen, die in den letzten Jahren das Licht erblickte. Im Mittelpunkt der Geschichte findet sich der Testpilot Hal Jordan (Ryan Reynolds), der zu Beginn an den Charakter erinnert, den Tom Cruise bereits 1986 in "Top Gun" verkörperte. Hal ist ein netter Kerl und ein begnadeter Pilot, aber völlig unfähig persönliche Verantwortung zu übernehmen. Er nimmt die Dinge wie sie kommen und denkt meist nicht weiter als bis zum nächsten Schlüpfer.
Ausgerechnet er findet einen schwer verletzten Green Lantern, der mit seinem Raumschiff auf der Erde abgestürzt ist. Der Ring des Sterbenden hat Hal als Nachfolger auserwählt. Warum weiß allerdings nur der Ring selber und da der sich niemals irrt, muss Hal zwangsläufig der Richtige sein. Dass kann weder das Publikum nachvollziehen, noch der Protagonist selber glauben und seine Ausbilder auf dem Heimatplaneten des Green Lantern Corps können nur entgeistert den Kopf schütteln, angesichts dessen, wen ihnen da der Ring beschert hat - aber das Schicksal hat entschieden. Und nach einigen pseudodramaturgischen Wendungen und Hals Wandlung vom Saulus zum Paulus darf er als einer des Green Lantern Corps, sogar die Erde gegen – na, man wird es erraten können – verteidigen.

Offensichtlich überließen die Drehbuchautoren die Arbeit bereitwillig ihren achtjährigen Nichten und Neffen als dieses unglaublich naive Machwerk ersonnen wurde. Selten war eine Superheldenstory derart voraussehbar, durchzogen von Logikfehlern und intensitätsarm konzipiert. Die CGI-Effekte mögen für sich betrachtet zwar einen gewissen Schaureiz entfalten, tragen aber zur Story wenig bei und wirken insgesamt betrachtet, über die gesamte Dauer, sogar etwas einfallslos.
Wenn die Vorstellungskraft des Ringträgers die Grenzen dessen festsetzt, was er in der Lage ist an Gebilden aus Energie zu kreieren, so bewiesen die Macher, dass ihre Vorstellungskraft mindestens ebenso beschränkt ist. Ryan Reynolds zuletzt vermag auch nichts dazu beizutragen, dass die Geschichte an Leben gewinnt oder der Funke irgendwann überspringt. Eher im Gegenteil, gelingt es dem Strahlemann mit dem makellosen Körper, seine Filmfigur regelrecht steril wirken zu lassen.
Damit bewahrheitet sich wieder einmal, dass körperliche Perfektion nicht alles ist: Tobey Maguire war in seiner Rolle als Peter Parker alles andere als perfekt, doch genau das war es, was ihm die Sympathien sicherte. Reynolds hingegen gelingt es nicht aus Hal Jordan ein Identifikationsfigur zu machen, damit fällt es flach an der ohnehin eindimensionalen Handlung partizipieren zu wollen oder mit den Charakteren mitzufiebern. Einziger Lichtblick bleibt diesbezüglich Peter Sarsgaard, der den irdischen Widersacher gibt.

Fazit: Hierzulande weniger bekannt, wird diese Adaption alles andere als einen Green-Lantern-Hype auslösen. Gelungene Comicverfilmungen wie "Spider-Man", "X-Men", "The Dark Knight" oder "Iron Man" haben die Messlatte in den letzten Jahre hochgelegt. Besonders die menschlich verletzliche Seite machte diese Charaktere interessant. "Green Lantern" gelingt es nicht im Ansatz daran heranzureichen. Der Film erweist sich summa summarum als Schuss in den Ofen.




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