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Liberace - Zuviel des Guten ist wundervoll (2012)

Behind the Candelabra

US-Biopic: Der extravagante amerikanische Pianist Liberace steigt in den 70ern mit pompösen Las Vegas-Shows zum Superstar auf. Doch niemand soll wissen, dass er mit dem wesentlich jüngeren Scott Thorson, einem hübschen Jungen aus der Provinz, eine Beziehung führt...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.7 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Was heute Elton John und Lady Gaga sind, war in den 70er Jahren Liberace (Michael Douglas) in einer Person. Als virtuoser Pianist, Entertainer in Las Vegas und Superstar der pompösen Shows lag ihm weltweit ein Millionenpublikum zu Füßen. Auf der Bühne und im Privaten erhob er Luxus und Glamour zu seinem Lebensstil. Lange Pelzmäntel, glitzernde Kostüme, kitschige Kerzenständer und massenhaft teurer Schmuck waren seine Markenzeichen. Allein 30 Flügel, die meisten mit Diamanten besetzt, schmückten seine private Villa. Alles gab es im Überfluss - er selber sagte einmal: "Too much of a good thing is wonderful".
Im Sommer 1977 betritt ein attraktiver Jüngling seine Garderobe: Scott Thorson (Matt Damon), ein einfacher Junge aus der Provinz, der von Liberace zum Prinzen an seiner Seite verwandelt wird. Trotz ihres Altersunterschieds, trotz ihrer Zugehörigkeit aus zwei gegensätzlichen Welten führen sie eine über Jahre streng geheim gehaltene Affäre. Eine tragisch-faszinierenden Liebesbeziehung, die immer intensiver wird - und die im Laufe der Zeit vom Überfluss und Schönheits-OPs ebenso begleitet wird wie von großen Gefühlen, Heimlichkeiten und Eifersucht.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

„Liberace – Zuviel des Guten ist wundervoll“ ist angeblich der letzte Film von Steven Soderbergh. Nach eigener Aussage hat er von Hollywood-Studios kein Geld für Produktion bekommen, da sie „zu schwul“ sei. Deshalb ist er beim Bezahlsender HBO gelandet, der den Film finanzierte. Doch glücklicherweise ließ sich das Filmfestival von Cannes nicht davon abhalten, den Fernsehfilm zu zeigen – und nun bekommt er hierzulande auch eine Kinoauswertung.
„Liberace – Zuviel des Guten ist wundervoll“ ist kein Biopic über das schillernde Leben des Entertainers. Stattdessen konzentriert sich Steven Soderbergh in seinem Film auf die Beziehung zwischen dem alternden Liberace (Michael Douglas) und den naiven Scott Thorson (Matt Damon). Sie lernten sich durch einen Bekannten 1977 kennen und schon bald war Scott für Liberace Sohn, Liebhaber, Assistent und Bühnenpartner. Doch Egozentrik und Drogensucht zerstörten diese Beziehung. Soderberghs Film hätte an vielem scheitern können: Liberace liebte den Prunk und Kitsch, außerdem erfüllt er aus heutiger Sicht nahezu sämtliche Homosexuellen-Klischees. Der Film hätte exploitativ und seine Figuren zu Karikaturen werden können – und anfangs scheint er sich in diese Richtung zu entwickeln. Genüsslich inszeniert Soderbergh die prunkvollen Auftritte und das luxuriöse Anwesen Liberaces. Hier ist „Liberace“ vor allem ein Ausstattungsfilm, der aber zudem auf das Leben eines homosexuellen Entertainers verweist, der gnadenlos und erfolgreich jeden verklagt, der ihn als schwul bezeichnet. Mit zunehmender Laufzeit entwickelt sich „Liberace“ dann zu einem tiefgründigen Drama, das die Abhängigkeiten zweier Männer auslotet. Der naive Scott (Matt Damon) kommt vom Land, ist bei Pflegeeltern aufgewachsen und sucht nach Liebe und Beständigkeit. Liberace (Michael Douglas) ist ebenso exzentrisch wie einsam und sucht nach Bestätigung und Zuneigung. Sie wollen beide die Familie haben, die sie nicht hatten. Aber von der ersten Szene an wird deutlich, wer in dieser Beziehung das Sagen hat: Für seine Großzügigkeit fordert Liberace bedingungslose Hingabe, die sich unter anderem darin äußert, dass seine Liebhaber ihm ähnlich sehen sollen. Anfangs ist Scott von diesem Leben beeindruckt, sieht in Liberace vielleicht auch den Vater, den er nicht hatte, hofft auf ebenso bedingungslose Liebe. Doch nach den ersten glücklichen Jahren überlagern Liberaces Besitzansprüche und seine zunehmende Langeweile ihre Beziehung. Sie führen zu Streit, Schönheitsoperationen und Sucht. Abermals zeigt sich Michael Douglas bemerkenswert uneitel und spielt Liberace in schrillen Outfits und mit pompösen Accessoires, aber auch halbnackt. Fügt sich Matt Damon anfangs ganz in die Hierarchie der Rollen, rückt er mit zunehmender Dramatisierung des Tons in den Vordergrund. Daneben kann sich auch die übrige Besetzung sehen lassen, insbesondere Rob Lowe hat als grotesk gelifteter Schönheitschirurg hat einen wahnwitzigen Auftritt.
Insgesamt wäre „Liberace – Zuviel des Guten ist wundervoll“ ein guter Abschluss für die Filmkarriere von Steven Soderbergh, die einst mit „Sex, Lügen und Videotape“ begann. Auch in diesem Film geht es vor allem um Sex und Lügen – und um deren Inszenierung. Fazit: "Liberace – Zuviel des Guten ist wundervoll" ist ein sehenswerter Film über Abhängigkeiten, Liebe und Einsamkeit.




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Land: USA
Jahr: 2012
Genre: Biopic
Länge: 118 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 03.10.2013
Regie: Steven Soderbergh
Darsteller: Nikea Gamby-Turner, Rachael Markarian, Michael Douglas
Verleih: DCM GmbH

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