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Zombieland: Doppelt hält besser
Zombieland: Doppelt hält besser
© Sony Pictures

Kritik: Zombieland: Doppelt hält besser (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Zehn Jahre ist es her, dass sich Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone und Abigail Breslin als dysfunktionale Ersatzfamilie mit viel Cleverness, Charme und rigiden bis ridikülen Regeln unter Ruben Fleischers Regie durch die Postapokalypse ballerten. Aus den Nachwuchshoffnungen Eisenberg und Stone sind längst namhafte, oscarnominierte und bei Stone sogar oscarprämierte Stars geworden. Breslin hat ihre Pubertät hinter sich gebracht, wie sie augenzwinkernd in einem Interview zum Filmstart sagte. Und Fleischer ist bis in Superheldensphären vorgedrungen. Zuletzt verantwortete er die Adaption des Marvel-Monster-Menschen "Venom" (2018). War die Rückkehr ins Land der Untoten also nötig?

Ja und nein. Ja, weil einem die verschrobenen Charaktere in den 87 kurzen, aber ungemein spritzigen Minuten ihres ersten Auftritts sofort ans Herz wachsen und ein Wiedersehen einfach Spaß macht. Nein, weil sich der Endzeitoutput in Film, TV, Comic & Co. im vergangenen Jahrzehnt in unermessliche Höhen geschraubt hat. Ergo: Selbst gegen die rein komödiantische Untotenkonkurrenz sieht Fleischers Fortsetzung angesichts schillernder Genreperlen wie jüngst etwa "One Cut of the Dead" (2017) alt aus. Denn der Regisseur und sein Autorentrio Rhett Reese, Paul Wernick und Dave Callaham setzen lieber auf Altbewährtes denn auf Innovation.

Wie so viele zweite Teile ist auch "Zombieland: Doppelt hält besser" dasselbe in Grün. Zu den Titelcredits hämmert erneut ein Song von Metallica, Tallahassee jagt noch immer seinem Lieblingssnack hinterher und Columbus' Regelhandbuch und der "Zombiekill des Jahres" (im Original noch der "Zombiekill der Woche") werden mit großen Lettern ulkig ins Bild gesetzt. Der Humor ist gewohnt anspielungsreich und schräg. Hier haben die Nebendarsteller ihren (großen) Auftritt. Während Avan Jogia als Hippie Berkeley nur mäßig überzeugt, holt Zoey Deutch aus ihrem Dummchen Madison alles heraus. Die Episode mit der resoluten Motelbesitzerin Nevada (Rosario Dawson) und den zwei Tallahassee- und Columbus-Doppelgängern Albuquerque (Luke Wilson) und Flagstaff (Thomas Middleditch) ist kurzweilig, aber eben auch sehr kurz. Hier fällt besonders auf, dass die Fortsetzung noch stärker auf kleine Höhepunkt denn auf Gesamtzusammenhänge setzt. (Die anfangs eingeführten Zombieklassen etwa spielen im weiteren Verlauf allenfalls als Running Gag am Rande eine Rolle.)

Wie vor zehn Jahren ist nun auch "Zombieland: Doppelt hält besser" ein aberwitziger Roadtrip. Zwischen all den (Selbst-)Zitaten, den coolen Sprüchen und dem lustigen Gemetzel geht Fleischer unterwegs jedoch seine Geschichte verloren. Sein größtes Problem ist derweil ein hausgemachtes. Abigail Breslin, seinerzeit als süße "Little Miss Sunshine" (2006) ein Besetzungscoup, ist inzwischen Erwachsen und hat damit das große humoristische Potenzial ihrer Figur (eine Zwölfjährige, die abgebrüht Zombies killt) komplett verloren. Unterhaltsam ist das allemal, allerdings längst nicht mehr so erfrischend wie 2009. Die Auseinandersetzung mit den Untoten beginnt langsam zu müffeln.

Fazit: Wer den ersten Teil mochte, macht auch mit "Zombieland: Doppelt hält besser" nichts falsch. Regisseur Ruben Fleischer jagt sein illustres Ensemble abermals ulkig-makaber durch die Postapokalypse. Dabei setzen er und sein Drehbuchtrio allerdings auf altbewährte Gags und Wendungen. Wirkliche Überraschungen hat diese Fortsetzung nicht zu bieten.




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