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Wolverine: Weg des Kriegers - Hauptplakat
Wolverine: Weg des Kriegers - Hauptplakat
© 20th Century Fox

Kritik: Wolverine: Weg des Kriegers (2013)


Jede Generation bringt Schauspieler hervor, die für eine bestimmte Rolle regelrecht geboren scheinen. Kein anderer, als William Shatner hätte dem Raumschiffskapitän James Tiberius Kirk aus der SciFi-Serie "Star Trek", derart den Stempel aufdrücken können; und wer anders, außer einem Arnold Schwarzenegger, hätte einen glaubwürdigen cimmerischen Barbaren, namens "Conan", verkörpern können?

Der überaus vielseitige Hugh Jackman, der neben seinen Hollywood-Auftritten auch noch Theater am Brodway spielt, ist mit seiner Darstellung des Mutanten Wolverine, Mitglied der legendären "X-Men" aus dem an Superwesen überreichen Marvel-Universum, längst in diesen illustren Kreis aufgestiegen. Er ist der einzige Schauspieler, der zumindest mit einem kleinen Auftritt in jedem der bisherigen "X-Men"-Filme vertreten war. Und er hat die Figur des Wolverine derart nachhaltig geprägt, dass es kaum vorstellbar ist, dass eines Tages jemand anderes in diese Rolle schlüpfen könnte.

Anders als "X-Men Origens: Wolverine", der die Herkunft Logans beleuchtete, setzt "Wolverine: Weg des Kriegers" nach dem Ende der ersten "X-Men"-Trilogie an. Logan ist ein gebrochener Mann, ein Ausgestoßener und Freak, der von Schuldgefühlen heimgesucht wird. Tötete er doch einst die Frau, die er über alles liebte. Einsam haust er in den Wäldern und hat, geplagt von Todessehnsucht, der Menschheit und dem Leben den Rücken gekehrt. Seine übermenschliche Regenerationskräfte sind es aber, die ihn nicht nur vor jeder Krankheit bewahren und ihn blitzschnell Wunden ausheilen lassen, sie sind es auch, die ihn zur Unsterblichkeit verdammen. Der Fluch eines ewigen Lebens, während dem man mitansehen muss, wie alle, die einem lieb und teuer sind, verscheiden, während man selbst zurückbleibt, ist das zentrale Motiv, um das herum "Wolverine: Weg des Kriegers" inszeniert wurde. Zudem setzt die Story locker auf der Comic-Vorlage "Wolverine-Japan-Saga" auf.

Um näher an die menschliche Seite des Helden heranrücken zu können, beraubten ihn die Macher im Verlauf der Geschichte seiner Selbstheilungskräfte. Das macht aus dem sonst regelrecht unkaputtbaren Wolverine plötzlich ein verletzliches Wesen aus Fleisch und Blut, das an einer simplen Schusswunde durchaus zu sterben vermag. Das rückt auch die Perspektive auf die Figur zurecht: Letzten Endes war schließlich nie das Adamantium, welches Logans Skelett überzieht, dessen wahre Superkraft, sondern seine Selbstheilungskraft. Trat der Protagonist überdies in der Vergangenheit meist als Berserker in Erscheinung, den nahezu nichts zu stoppen vermochte, sorgt nun jedes Aufbäumen obschon er aus zahllosen Wunden blutet, für ganz neue Sympathiewerte. Und Hugh Jackman hat es an physischer Vorbereitung nicht mangeln lassen: In "Wolverine: Weg des Kriegers" präsentiert er sich muskulös wie noch nie zuvor.

In Verbindung mit knackigen Martial-Arts-Fights (die allerdings für die älteren Fans durchaus etwas blutiger hätten ausfallen können) und ordentlich Japan-Flair hätte sich der Film insgesamt durchaus hohe Noten verdienen können. Die Schattenseite ist allerdings, dass weder die hölzerne Romanze, die sich auch noch über Gebühr zieht, irgendwelchen Reiz zu versprühen vermag, noch wirken die Bösewichter ausgesprochen charismatisch. Besonders störend macht sich final aber die mangelhafte technische Umsetzung bemerkbar. Nicht nur, dass 3D absolut verzichtbar ist, das eingesetzte CGI sieht phasenweise sogar aus, als wäre es von vorgestern.

fazit: Hugh Jackman brilliert in seiner Paraderolle als Wolverine, der diesmal in eine fernöstlich verworrene und phasenweise etwas langatmig geratene Geschichte um Liebe, Macht und Verrat gezogen wird. Auch wenn die wenig überzeugenden Trickeffekte den Spaß ein wenig schmälern, ist "Wolverine: Weg des Kriegers" unterm Strich dennoch durchaus sehenswert. Tipp: Unbedingt den Cliffhanger nach dem Credits abwarten.





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