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The Company You Keep - Hauptplakat
The Company You Keep - Hauptplakat
© Concorde

Kritik: The Company You Keep - Die Akte Grant (2011)


In Robert Redfords Film "The Company You Keep – Die Akte Grant" entspinnt sich eine unterhaltsame Verfolgungsgeschichte, in der allerdings Shia La Beouf zu keiner Zeit ein gleichwertiger Gegenpol zu dem von Redford gespielten Jim Grant ist. Vielmehr wirkt er wie ein Schüler, der einem weitaus klügeren Lehrmeister folgt. Dazu trägt bei, dass seine Figur letztlich zu gut ist – und allein das ständige Hantieren mit der Brille entlarvt diese als Accessoire, die ihm Seriosität verleihen soll. Das wirkt allzu aufgesetzt, zumal er letztlich von seinem Gewissen eingeholt wird, das er anfangs – eine beendete Affäre mit einer jungen FBI-Agentin (Anna Kendrick) soll es andeuten – gar nicht hatte.

Deshalb ist es eine kluge Entscheidung von Robert Redford, die Thriller-Elemente beständig zu unterbrechen, um notwendige Seitenblicke zu erlauben. Es geht in "The Company You Keep – Die Akte Grant" hauptsächlich um zwei Fragen: Was ist von der radikalen Antikriegsbewegung geblieben? Und welche Mittel sind im Kampf erlaubt? Dabei bezieht der Film einige Spannung aus der Uneindeutigkeit in der Figur Jim Grant. Es scheint erwiesen, dass er bei dem Überfall dabei war. Außerdem war er damals mit Mimi Lurie (Julie Christie) zusammen, die bis in die Gegenwart im Untergrund aktiv ist. Im Verlauf des Films schleichen sich dann Zweifel an Grants Schuld ein, zumal er mit seiner Flucht einen eigenen Plan verfolgt.
Darüber hinaus trägt die historisch verbürgte Existenz der linksradikalen Studentengruppe "The Weather Underground" dazu bei, dass die verhandelten Fragen glaubhaft sind. Auf seiner Flucht sucht Grant einige der mittlerweile ergrauten Freiheitskämpfer auf und sie sprechen über ihre Taten und Ideale. Teilweise führen sie ein bürgerliches Leben, doch sie haben ihre Ansichten beibehalten und gehen weiterhin lieber ins Gefängnis als ihre Ideale aufzugeben. Gespielt von einem beeindruckenden Cast – unter anderem Nick Nolte, Julie Christie und Richard Jenkins – sind es diese Nebenhandlungen, die einen Großteil der Unterhaltung des Films ausmachen.
Ohnehin ist die Besetzung beeindruckend. Neben den bereits erwähnten Schauspielern sind Chris Cooper, Stanley Tucci und Brandon Gleeson zu sehen. Sie verleihen ihren Rollen sehr viel Gewicht und hinterlassen Eindruck – ebenso wie Brit Garling, die mit diesem Film und "The East" endlich einem größeren Publikum bekannt werden dürfte. Außerdem gelingt es Robert Redford, stets die Kontrolle über die vielen Aspekte seiner Handlung zu behalten. Dadurch wird "The Company You Keep – Die Akte Grant" zu einem komplexen Film, der gut unterhält.

Fazit: Insgesamt ist "The Company You Keep – Die Akte Grant" ein vielschichter Film, dessen Spannung vor allem aus der Kritik an der Politik und den fehlenden Idealen besteht – und der allein schon aufgrund der Schauspielerriege sehenswert ist.




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