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Russendisko
Russendisko
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Russendisko (2010)


Wladimir Kaminers Bestseller "Russendisko" bietet ein großes Reservoir an originären Figuren und kurzen Handlungsanrissen. Dennoch ist er nicht einfach zu verfilmen: Es gibt keinen roten Faden, die Episoden sind lose aneinandergereiht und kurze Szenen des Alltags. Fast schon folgerichtig hat die Drehbuchentwicklung daher auch einige Zeit in Anspruch genommen. Bereits vor zehn Jahren hat Produzent Christoph Hahnheiser die Filmrechte an "Russendisko" erworben, aber erst durch die Beteiligung von Oliver Ziegenbalg ist schließlich das Drehbuch entstanden.

Erzählt wird in dem Film die Geschichte der drei jungen Russen Wladimir (Matthias Schweighöfer), Mischa (Friedrich Mücke) und Andrej (Christian Friedel), die im Sommer 1990 nach Berlin kommen und ihr Glück finden wollen. Berlin steckt mitten im Umbruch und ist ein spannender Ort, an dem Mischa von einer Karriere als Musiker und Andrej von Reichtum träumt. Einzig Wladimir weiß noch nicht genau, was er machen will. Aber dann begegnet er Olga (Peri Baumeister), der schönsten Frau, die er jemals gesehen hat. Nun weiß er wenigstens, dass er mit ihr zusammen sein will.

Unterhaltsam reihen sich in der Folge verschiedene kleinere Geschichten aneinander, in denen die Leser des Romans viele bekannte Figuren wie die unwiderstehliche Helena wiederfinden werden. Die Jungs verkaufen Dosenbier, Mischa hat erste Auftritte und Wladimir will Olga erobern. Außerdem müssen sie einen Weg finden, dass auch der nicht-jüdische Mischa dauerhaft in Berlin bleiben darf. Dabei schlägt der Film aber einen weniger beiläufigen Ton als die Vorlage an. Er orientiert sich an der "fabelhaften Welt der Amélie", wenngleich "Russendisko" bei allem Schwung die Liebenswürdigkeit und der Charme des französischen Films fehlen. Darüber hinaus verzichtet Oliver Ziegenbalg auch leider zu selten auf Off-Kommentare von Waldimir, die aus ihm einen allzu präsenten Erzähler machen.

Darüber hinaus bietet "Russendisko" harmlose Unterhaltung, was vor allem der reichlich eingesetzten Musik zu verdanken ist. Sie ist eine Mischung aus Liedern, die Wladimir Kaminer bereits bei seinen "Russendisko"-Compilations eingesetzt hat, und Kompositionen von Lars Löhn. Die Lieder spiegeln die Lebensfreude und Energie wider, die wiederum leider von den Schauspielern oftmals gekünstelt auf der Leinwand ausgedrückt werden. Allein das Abschlusslied "Super Good" dürfte wohl einigen Erfolg haben – ebenso wie dieser Film zweifellos sein Publikum finden wird.

Fazit: "Russendisko" ist ein harmloser Unterhaltungsfilm, der allen Fans von Matthias Schweighöfer durchaus gefallen dürfte.




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