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Super 8 - Hauptplakat
Super 8 - Hauptplakat
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Super 8 (2011)


J.J. Abrahams, der Reanimator von "Star-Trek" meldet sich zurück. Dem SciFi-Genre ist er dabei treu geblieben, wenn der Film im Grunde eine einzige Hommage an die guten alten 80er und an Filme wie "E.T.", die "Goonies" oder "Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers" ist.

Im Mittelpunkt von "Super 8" steht eine Gruppe Kinder, die unverhofft inmitten eines außerirdischen Fiaskos landen. Eigentlich wollten sie nur einen eigenen kleinen Romero-Lookalike Horrorstreifen drehen. Für eine Szene hatten sie sich dafür einen abgelegenen Bahnhof auserkoren, an dem schon lange kein Zug mehr gehalten hat. Doch jetzt entgleist just in dem Augenblick einer, als die Kids gerade ihren Dreh durchführen. Während sie vor Schreck alles fallen lassen und versuchen sich in Sicherheit zu bringen, filmt die 8mm-Kamera aber munter vor sich hin.
Ohne das es jemand ahnt, nimmt sie dabei auf, wie aus einem der entgleisten Waggons, der ein US-Hoheitszeichen trägt, eine bizarre Kreatur entkommt. Wenig später trifft auch schon das Militär ein und startet die Suche nach dieser. Den Menschen, die in der angrenzenden Stadt wohnen, sagt natürlich keiner ein Wort. Während die Kinder, die alle mit heiler Haut davongekommen sind, versuchen ihren Film fertigzustellen, beginnen plötzlich Menschen zu verschwinden und einsame Tankstellen werden verwüstet, als wäre ein Tornado drüber gezogen. Der ortsansässige Sheriff versucht dem unheimlichen Treiben auf die Super zu kommen, tappt aber im Dunkeln. Als die Kids die Aufnahmen von Tag der Zugentgleisung entwickeln, können sie kaum glauben, was sich dort auf dem Film abspielt.
Geradezu elegisch zelebriert Abrahams die Zugentgleisszene zu Beginn. Eine gefühlte Ewigkeit kracht und wummert es und tonnenschwere Waggons werden wie Spielzeug durch die Luft geschleudert. Angesichts dieses Filmstarts bekommt man es ein wenig mit der Angst zu tun, es könnte als krawallige CGI-Bildmalerei in dieser Art weitergehen. Doch Abrahams drückt danach gehörig auf die Bremse – zu sehr möglicherweise für gewisse Geschmäcker. Es wird sich enorm viel Zeit genommen, ein 80er-Flair zu etablieren und den Jungdarstellern mächtig viel Raum für ihre Entfaltung zu geben. Dieses nutzen die Kids ganz vortrefflich und gehören damit eindeutig zu dem Besseren, was dieser Film vorzuweisen hat. Wer sich aber einen echten Schocker, Alien- oder Kreaturenfilm erhoffte, könnte dennoch bitter enttäuscht werden.
Das gestrandete Wesen ist im "Cloverfield"-Stil nur selten ordentlich im Bild. Abrahams lässt es bei seinen wenigen Auftritten zwar mächtig krachen, schließlich ist diese menschenverschlingende Moloch mit Kräften ausgestattet, das selbst der unglaubliche Hulk neidisch werden könnte, und zum Finale hin, während der Film allmählich wieder an Tempo gewinnt, wähnt man sich schon beinahe in einem "Krieg der Welten"-Szenario; solange bis eine unglaublich naive Wendung aus dem Killer aus dem All, ein missverstandenes Wesen macht, dass eigentlich nur nach Hause (telefonieren möchte).

Fazit: Unterm Strich bleiben für die Kenner des Genres eine Menge Anspielungen auf SF-Filme der 70er-80er Dekaden, ein dazu passendes nostalgisches Flair sowie ein paar hervorragend vor der Kamera agierende Kids. Davon abgesehen ist es aber eine vergleichsweise lahme wie naive Show, die nicht wirklich vom Hocker reißt.




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