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Vampire Academy
Vampire Academy
© Universum Film © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Vampire Academy (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

2007 veröffentlichte die amerikanische Fantasy-Autorin Richelle Mead den ersten Teil ihrer sechs Bände umfassenden Teenie-Blutsauger-Reihe "Vampire Academy" und landete damit auf Anhieb einen großen Publikumserfolg. Da sich Vampirgeschichten, die explizit auf ein heranwachsendes Publikum zugeschnitten sind, auch im Kino großer Beliebtheit erfreuen, war es nur eine Frage der Zeit, bis der Stoff den Weg auf die große Leinwand finden würde. Ob die Verfilmung des ersten Romans allerdings weitere Fortsetzungen nach sich ziehen wird, ist – vorsichtig ausgedrückt – äußerst fraglich, da "Vampire Academy" an den Kinokassen bislang eher enttäuschende Ergebnisse eingefahren hat.

Allzu traurig sollte man darüber jedoch nicht sein, denn der von Teenie-Experte Mark Waters (unter anderem verantwortlich für "Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag") inszenierte Streifen wird seiner Vorlage zu keinem Zeitpunkt gerecht. Als ein gravierendes Problem erweist sich schon das offensichtlich knapp bemessene Budget, das die Ansprüche an einen halbwegs überzeugenden Fantasy-Film einfach nicht erfüllt. Das Setting der altehrwürdigen St. Vladimir’s Academy ist größtenteils lieblos gestaltet und scheint eher aus einer mittelprächtigen TV-Produktion zu stammen. Animationen gibt es nur selten zu bestaunen. Finden sie doch einmal Eingang in die Handlung, fallen sie unspektakulär oder aber erschreckend dürftig aus, wie im Fall der übernatürlichen Hunde.

Sehr deutlich zeigen sich die fehlenden Produktionsmittel auch beim Einstieg in das Geschehen, der die durchaus detailreiche Romanwelt vor allem über den Voice-Over-Kommentar Rose Hathaways (Zoey Deutch) zu vermitteln versucht. Wortreich, fast schon unbeholfen, stellt uns die Protagonistin die unterschiedlichen Akteure und ihre Haltungen vor: Während Rose als Damphir, ein Mischwesen aus Mensch und Vampir, für die Sicherheit der friedfertigen und sterblichen Moroi-Blutsauger verantwortlich ist, zu denen auch ihre königliche Freundin Lissa (Lucy Fry) gehört, streben die bösen Strigoi die Vernichtung der guten Vampire an. Ein Konflikt, der zwar in einer Kampfszene zu Beginn zum Ausdruck kommt, generell aber nur als Hintergrundrauschen präsent ist.

Die meiste Zeit fühlt sich "Vampire Academy" an wie ein handelsüblicher Highschool-Film, der von einem bekannten Figurenpersonal bevölkert wird: den beiden Protagonistinnen, die als beste Freundinnen durch dick und dünn gehen, einer strengen Internatsleiterin, einer eifersüchtigen Intrigantin, einem Schönling und einer naiven Außenseiterin. Themen wie Mobbing oder die erste Liebe finden Erwähnung, bleiben jedoch stets an der Oberfläche. Was auch für die mitunter platten Dialoge gilt, die Drehbuchautor Daniel Waters, der Bruder des Regisseurs, den oft theatralisch agierenden Darstellern in den Mund legt. Wirklich komische Momente – etwa der Ausflug in eine Shopping Mall – sind auf ein Minimum reduziert oder schlichtweg unfreiwilliger Natur wie die Inszenierung der telepathischen Verbindung zwischen Rose und Lissa. Die eingestreuten Seitenhiebe in Richtung der "Twilight"-Saga wirken schon fast grotesk, da der Film so tut, als wäre er etwas Besseres, den zitierten Genre-Bruder aber zu keinem Zeitpunkt hinter sich lassen kann.

Überraschendes Potenzial bietet im Grunde nur die starke Beziehung zwischen den beiden weiblichen Hauptfiguren, die bisweilen sogar homoerotische Anklänge enthält. Ein Aspekt, den das Drehbuch leider nur andeutet, nicht aber ernsthaft vertieft.

Fazit: Die Adaption des Fantasy-Bestsellers "Vampire Academy" enttäuscht auf ganzer Linie: optische Magerkost, dümmliche Dialoge, allenfalls durchschnittliche Schauspielerleistungen und ein Humor, der sich auf "Twilight"-Sticheleien beschränkt, ohne dass der Film selbst Besseres zu bieten hätte.





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