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Rings
Rings
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Rings (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit der Roman-Adaption "Ringu" schuf der Japaner Hideo Nakata im Jahre 1998 ein überaus wirkmächtiges Stück Angstkino, welches 2002 mit Gore Verbinskis "Ring" ein gelungenes US-Remake fand. Dieses wurde wiederum drei Jahre später von Nakata selbst fortgesetzt; hinzu kamen zahlreiche weitere Neuinterpretationen und Fortführungen (etwa eine Mini-Serie), zu denen sich nun auch "Rings" von F. Javier Gutiérrez addieren lässt. Der Film hat eine schwierige Produktionsgeschichte hinter sich – und mutet als Gesamtwerk wenig stimmig an.

Bereits die Einstiegssequenz, in welcher der Brunnengeist Samara eine Flugzeugkatastrophe verursacht, fällt enttäuschend aus, da es Gutiérrez nicht gelingt, eine bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen: Die Inszenierung ist zu hastig, die Figuren sind zu austauschbar – und der in Erscheinung tretende Geist wird seiner ganzen beängstigenden Aura beraubt. Auch die folgenden Passagen, in denen zunächst der von Johnny Galecki ("The Big Bang Theory") verkörperte Professor samt jüngerer Liebschaft und schließlich die Protagonistin Julia samt Freund vorgestellt werden, nehmen kaum für sich ein, da sämtlichen Beteiligten interessante Hintergründe sowie Charakterzüge fehlen. Deutlich unterhaltsamer wird "Rings" indes, wenn sich die Handlung vorübergehend auf Julias verzweifelte Suche auf dem Uni-Campus konzentriert. Hier entwickelt das Gruselstück plötzlich den Charme eines Mystery-Heftchenromans aus dem Bastei-Verlag, indem es durchaus reizvoll einen Story-Ansatz aufgreift, dem sich bereits 2005 der 16-Minüter "Rings" widmete. Der dritte Akt – eine Fahrt in ein Dorf, die Licht in Samaras Vergangenheit bringen soll – ist hingegen wieder eine spannungslose Aneinanderreihung von Genre-Standards, die mit einem passablen Cliffhanger endet.

Während Naomi Watts als Journalistin und David Dorfman als deren Sohn in "Ring" und "Ring 2" Figuren zum Mitfühlen waren, dient das Personal aus "Rings" lediglich dazu, den oftmals wirren Plot voranzutreiben. Von Teen-Horror-Heldinnen wie Laurie Strode aus "Halloween" (1978), Nancy Thompson aus "A Nightmare on Elm Street" (1984), Sidney Prescott aus "Scream" (1996) oder Jay Height aus "It Follows" (2014) ist die blasse Hauptfigur Julia leider meilenweit entfernt, wenngleich die in Mailand geborene Matilda Anna Ingrid Lutz recht solide agiert.

Fazit: Eine wenig eindrückliche Fortsetzung mit schwachem Start, diversen hübschen Ideen im Mittelteil und einem konventionellen Finale; die Figuren bleiben konturlos.





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