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Cold Blood - Kein Ausweg, keine Gnade
Cold Blood - Kein Ausweg, keine Gnade
© Studiocanal

Kritik: Cold Blood - Kein Ausweg, keine Gnade (2012)


"Cold Blood" ist der zweite englischsprachige Film des Regisseurs Stefan Ruzowitzky. 2001 inszenierte er mit Matt LeBlanc und Udo Kier die Kriegs-Komödie "Die Männer Ihrer Majestät". Zuvor machte er sich mit dem Thriller "Anatomie" bereits einen Namen in Deutschland. 2008 wurde man dann auch international auf ihn aufmerksam, als er für das KZ-Drama "Die Fälscher" mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurde. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis Ruzowitzky einen starbesetzten US-Film drehen durfte. "Cold Blood" ist zudem sein erstes Werk seit dem animierten Kinderfilm "Hexe Lilli" von 2009. Ruzowitzky legt mit "Cold Blood" ein kompromiss- und schnörkelloses Thriller-Drama vor, das sich in erster Linie durch seine unheilvolle Stimmung und rohe Gewalt auszeichnet. Der österreichische Filmemacher stellt damit seine hohe Wandlungsfähigkeit unter Beweis und verdeutlicht, dass er in vielen Genres zu Hause ist.

"Cold Blood" besticht durch eine unheilvolle, allgegenwärtige bedrohliche Stimmung und Atmosphäre, die vor allem durch die Schauplätze und Kulissen hervorgerufen wird. Der Film spielt sich in großen Teilen in der freien Natur und nicht in geschlossenen Räumen ab. Die bedrohliche Schnee- und Winterlandschaft vermittelt dabei von Beginn an ein Gefühl der Hilflosig- und Einsamkeit. Die Bilder von der Natur, die Kameramann Shane Hurlbut ("Terminator Salvation") dem Zuschauer präsentiert, sind trotz der bedrohlichen Stimmung atmosphärisch und erscheinen manchmal sogar fast verträumt und schwelgerisch. Hinsichtlich seiner Optik und visuellen Kraft erinnert der Film stark an "Fargo" von den Coen-Brüdern. Auch in diesem Film spielt sich die Handlung in schneebedeckter Natur ab. Mehr noch als "Fargo" zeichnet sich "Cold Blood" aber durch ein hohes Maß an Gewalt und Brutalität aus.

Eine tragende Rolle kommt Eric Bana als gewalttätigem Addison zu. Addisons "Reise" zur Grenze ist geprägt von Gewalt, Tod und unerbittlicher Härte. Bevor seine Brutalität und sein gnadenloses Verhalten im schonungslosen Finale des Films ihren Höhepunkt finden, muss der Zuschauer u.a. eine schwer verdauliche Szene verkraften, in der Addison selbst verwundet wird. Einen Gegenpol zu den Gewaltdarstellungen liefern die drei parallel laufenden, eher gefühlvollen Handlungsstränge und Geschichten, in denen es jeweils um einen familiären Konflikt geht. Da wären zum einen Addison und Liza, deren Geheimnis und tragische Familiengeschichte im Film fast nebenbei und beiläufig gelüftet wird. Zum anderen der Konflikt zwischen dem Sheriff und seiner ambitionierten Tochter, die endlich von ihrem Schreibtisch-Job loskommen möchte. Und schließlich Jay, der lange Zeit im Gefängnis saß und sich vor dieser Zeit mit seinem Vater (Kris Kristofferson) zerstritten hatte. Im großen Finale führt Regisseur Ruzowitzky dann alle Erzählstränge und Handlungen zusammen und lässt sie im beinharten Finale kulminieren. Daneben gefällt der Film noch durch einige waghalsige Action-Szenen (z.B. der spektakuläre Unfall zu Beginn oder die rasante Verfolgungsjagd mit Schnee-Scootern) und eine hochkarätige Riege überzeugender Nebendarsteller wie Kris Kristofferson oder Oscar-Preisträgerin Sissy Spacek. Einzig Olivia Wilde als laszive, sinnliche Schwester vermag nicht vollends zu überzeugen, aber dieser Umstand ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass Eric Bana seine Kollegin hier schlichtweg an die Wand spielt und als rücksichtsloser Killer mit butterweichen Gesichtszügen und warmem Blick brilliert.

Fazit: "Cold Blood" ist ein schnörkelloser Thriller mit viel Blut und Gewalt, der drei parallel laufende Handlungen in einem hochklassigen Finale zusammenführt und vor allem durch seine unheilvollen, atmosphärischen Landschaftsaufnahmen überzeugt.





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