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Wie beim ersten Mal
Wie beim ersten Mal
© Wild Bunch

Kritik: Wie beim ersten Mal (2012)


Kaum ein amerikanischer Stand-Up Comedian und Leinwandclown beherrscht sein Handwerk so gut, wie es Jim Carrey einst tat. Doch Steve Carrell kann mehr, weil er aus seiner ernsten Mine noch viel größere Albernheiten zaubern kann.
Aber das soll nun nicht alles gewesen sein.In David Frankels Liebeskomödie „Wie beim ersten Mal“ versucht sich Carrell nun an einer ernsteren Rolle. An der Seite der zwei Schwergewichte Tommy Lee Jones und Meryl Streep verkörpert er einen zurückhaltenden Paar-Therapeuten und will so ganz und gar nicht lustig sein. Zwar erwartet man besonders in der Anfangsphase hinter jedem einfühlsamen Blick des Schauspielers einen Gag – nach sehr unterhaltsamen 100 Minuten erkennt man aber, dass Carrell auch in sich gekehrte, ruhige und sentimentale Figuren spielen kann, ohne wie eine Karikatur zu wirken. Sollte Carrell wirklich einen Imagewechsel anstreben, so hat er mit "Hope Springs" einen sicheren ersten Stein gelegt – auch wenn der Film von David Frankel sich - unter anderem auch Dank Carrell - gerade so ins gehobene Mittelmaß retten kann.

Meryl Streep und David Frankel haben schon in "Der Teufel trägt Prada", gemeinsame Sache gemacht. Nun arbeitet Frankel wieder mit seiner bevorzugten Schauspielerin zusammen und konnte für seine Ehekomödie auch noch Urgestein Tommy Lee Jones begeistern - was für das Drama von sehr großem Vorteil ist. Denn die famosen Darstellerleistung der beiden alteingesessenen Akteure und deren phänomenal befreites Spiel ohne Hemmungen macht die eigentlich nur sehr mittelmäßige Drehbucharbeit wieder wett. Der Plotverlauf, der sich mit seinen drögen Auf- und Abs seinen Weg bahnt und kaum mehr als Weichspülerdramatik bietet, ist an manchen Stellen so lahm, dass er nur von Tommy Lee Jones und Meryl Streep wieder aufgefangen werden kann. Wie es Tommy Lee Jones schafft mit geringsten Mitteln – ob sein böswilliges Schnauben, wenn Steve Carrell ihm unangenehme Fragen stellt oder sein kindlich freudiges Strahlen, wenn ihm eine Sache richtig gut gefällt – zu unterhalten, ist grandios. So gestaltet sich die Liebeskomödie, trotz des schwachen Drehbuchs und eines schlecht gewählten Soundtracks, der an vielen Stellen den unnötigen, künstlich aufgebauten Emotionsoverkill noch verstärkt, für die anvisierte Zielgruppe zu einer unterhaltsamen, wenn auch nicht immer kurzweiligen Spätsommerkomödie, die tatsächlich berühren, unterhalten und zufriedenstellen kann.

Fazit: "Wie beim ersten Mal" hat kein grandioses Drehbuch und keinen bewegenden Soundtrack, doch dank Tommy Lee Jones, Meryl Streep und dem neuinterpretierten Steve Carrell fängt sich der Film doch noch im oberen Mittelmaß.




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