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Savages (2012)

US-Action-Thriller von Oliver Stone nach dem gleichnamigen Roman von Don Winslow inszeniert: Ben und sein bester Freund Chon teilen sich alles, von der Freundin bis zu den Gewinnen aus Bens lukrativen Marihuana-Deals. Dann aber fordert Elena, Chefin des mexikanischen Baja-Kartells einen Stück vom Kuchen und liefert sich mit Ben und Chon ein unbarmherziges und brutales Psycho-Duell...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Chon (Taylor Kitsch), seines Zeichens Afghanistan-Veteran, sein Kumpel Ben (Aaron Johnson), Buddhist, Gutmensch und Entwicklungshelfer und die strahlend schöne Traumfrau Ophelia (Blake Lively), kurz "O" genannt, teilen sich in trauter Dreisamkeit das Bett und schwelgen im Luxus, den sie sich mit dem Verkauf des besten Marihuanas in Kalifornien erwirtschaften. Das geht solange gut, bis die ebenso machtgierige wie skrupellose Chefin eines mexikanischen Drogenkartells Elena (Salma Hayek) ein Stück vom Kuchen haben will und "O" entführen lässt, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

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Filmkritik

Oliver Stone gehört zu den bekanntesten Regisseuren in Hollywood. Wegen seines kontroversen Stils und wegen Filmen wie "John F. Kennedy – Tatort Dallas" oder "Natural Born Killers" wurde er ebenso berühmt wie berüchtigt und galt lange als Enfant terrible der Traumfabrik. Aus dem jungen Wilden ist inzwischen aber ein 66-jähriger geworden, dessen letzte Filme sich als monumentaler Historienschwulst, patriotisches Katastrophentheater und weichgespülte Biopics verhasster Ex-Präsidenten entpuppten. Und selbst die Fortsetzung seines Kultfilms "Wall Street" erwies sich als erstaunlich zahnlos.

Mit "Savages" greift er nun nicht ganz soweit nach oben, liefert aber einen beachtenswerten schmutzigen kleinen Drogenfilm, der ihn wieder an seine Glanzzeiten anknüpfen lässt. Im Mittelpunkt stehen zwei Gruppen Drogenhändler, die aneinander geraten und sich in der Folge einen erbitterten Kampf liefern. Ausgangspunkt der Geschichte, die aus dem Off heraus von der weiblichen Protagonistin erzählt wird, ist ein Drogendealer-Trio, dass in einer Menage á trois lebt.

In vielem erinnert "Savages", der auf dem gleichnamigen Bestseller Don Winslows (deutscher Titel: "Zeit des Zorns") basiert, an solch kontroverse Werke Stones wie "Natural Born Killers", ohne aber dessen bissigen Zynismus in sich zu bergen. Der Inszenierungsstil lässt dennoch unwillkürlich Assoziationen an die brutalen Mediensatire aus dem Jahre 1994 aufkommen. Stone changiert auch hier zwischen psychedelisch anmutender Farbästhetik, Schwarz-Weiß-Sequenzen und Wackelkamera, liefert offenherzige Sexszenen, überspitzte Gewalteinlagen und sogar Motive, die an Kultstreifen wie "Pulp Fiction" erinnern. Zur hohen Kunst gerät das allerdings nicht. Stone macht jedoch keinen Hehl daraus, dass er mit seinem Drogen-Thriller nicht aufs Arthouse-Publikum zielte, sondern gehobenes skurril-makaberes Popocorn-Entertaintment zu liefern beabsichtigte, was ihm durchaus gelungen ist.

Zu flach geraten sind ihm jedoch insgesamt die Portraits seiner Protagonisten, und auch deren Beziehungsgeflechte werden nicht konsequent genug ausgelotet, obwohl der Film sich Zeit nimmt, die Figuren sauber einzuführen. "Savages" wirkt zudem nicht selten zu betont stylisch, wenn er ein ums andere Mal in wilder Abfolge aberwitzige Szenen aneinander reiht, die durchaus einer ausbalancierten Ausgestaltung bedurft hätten. Manch eine Charakterentwicklung blitzt dadurch lediglich in Ansätzen auf, obschon im Verborgenen überaus interessante Wandlung mit den Figuren von statten gehen, die dann in der Folge aber zu überfallartig in die Handlung geworfen werden. Wären da nicht die herausragenden Nebenfiguren, die den Film enorm mittragen, würde das alles noch wesentlich stärker negativ ins Gewicht fallen.

Dank Salma Hayek als laszive wie bösartige Kartellchefin und Benicio del Toro als gewissenlosen Sadisten und Mörder sowie John Travolta als schmierigen korrupten Drogenfahnder gelingt es Stone "Savages" qualitativ auf der Spur zu halten. Zeigen sich doch alle drei Superstars in ausgesprochener Spiellaune. Die drei sind es auch, die im Wesentlichen die schräge Komik transportieren, die Stone in seinen Film pflanzte. Und ihn damit aus dem Durchschnittssumpf der üblichen Hollywood-Produktionen heraus zu heben vermögen.

Fazit: Halluzinogen angehauchter Drogen-Thriller, der wie der Schlamassel auslösende Superstoff, den Zuschauer auf einen irren Trip mit Sex, Gewalt, unvorhersehbaren Wendungen und grotesk überzeichneten Figuren mit nimmt. Sehenswert vor allem für jene, die den üblichen Hollywood-Schemata nicht mehr allzu viel abgewinnen können.




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Land: USA
Jahr: 2012
Genre: Action, Thriller
Länge: 130 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 11.10.2012
Regie: Oliver Stone
Darsteller: Taylor Kitsch, Aaron Taylor-Johnson, Benicio Del Toro
Verleih: Universal Pictures International

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