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Die Coopers - Schlimmer geht immer
Die Coopers - Schlimmer geht immer
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Die Coopers - Schlimmer geht immer (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Als mittleres Kind in einer sechsköpfigen Familie aufzuwachsen, klingt nicht unbedingt nach Spaß, und aus der Perspektive des 12-jährigen Alexander ist das der reinste Albtraum. Nur er scheint Probleme zu haben, während seine älteren Geschwister von ihren Erfolgen und großen Plänen berichten. Aber dann staunt Alexander eines Tages, was für Papa, Mama, die Schwester und die zwei Brüder in wenigen Stunden so alles schiefgehen kann. Regisseur Miguel Arteta spielt in der von einem Kinderbuch von Judith Viorst inspirierten Geschichte lustvoll mit dem Chaos: Ein Pickel im Gesicht eines Teenagers, ein Baby ohne Schnuller und eine erkältete Schwester am Tag der Schulaufführung können in einer Familie den Ausnahmezustand hervorrufen – erst recht, wenn das alles und noch ein wenig mehr gleichzeitig zusammenkommt.

Für Humor sorgt zum einen Alexanders Dilemma, in dieser Familie nicht genug Aufmerksamkeit zu bekommen. Fühlt er sich schon daheim immer im Schatten lauterer Geschwister, so stiehlt ihm in der Schule ein Rivale ebenfalls die Show. Alexander ist ein gutmütiger Junge, der so gut wie nie aus der Haut fährt und seine Familie innig liebt. Das macht ihn beinahe zum Außenseiter in ihrem Kreis und erweckt Mitgefühl. Das hereinbrechende Chaos wird zur Bewährungsprobe für den Vater, der beweisen muss, ob er die Liebe seines Sohnes wirklich verdient. Steve Carell spielt den Hausmann mit Baby am Arm und Jobaussicht so zuversichtlich und cool wie ein Fels in der Brandung, über dem allerdings die Wellen bedenklich zusammenschlagen. Aufgrund der vielen Missgeschicke und Pannen an Alexanders Geburtstag verwandelt sich die Handlung immer mehr in einen Parcours lustiger, ins Groteske überzogener Stationen.

Wenig glaubhaft ist jedoch, wie viel Programm in diesen einen Tag passen muss: Allmählich befürchtet man als Zuschauer, dass aus Alexanders Party schon aus Zeitmangel nichts mehr wird. Die Situationskomik taumelt manchmal am Rand der Erschöpfung. An dieser Übertreibung leidet irgendwann auch die Glaubwürdigkeit der Charaktere, die ja gerade den Charme der Geschichte ausmachen. Denn man bekommt durch sie eine Weile auch sehr schön die eigenen Versagensängste, den Stress des modernen Lebens mit seinem Termindruck gespiegelt. Wie anstrengend der Familienalltag für die Coopers ist, die so vieles unter einen Hut zu bringen haben, spürt man manchmal so sehr, dass einem das Lachen im Halse steckenbleibt.

Fazit: Eine sechsköpfige Familie taumelt am Rande des Nervenzusammenbruchs, als sich binnen weniger Stunden Missgeschicke und Pannen häufen. Die Komödie treibt den modernen Alltagsstress, wie ihn viele kennen, lustvoll auf die Spitze, aber dieser Spaß am Grotesken ermüdet auch.




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