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Hellbound: Hellraiser II
Hellbound: Hellraiser II
© Kinowelt

Kritik: Hellbound: Hellraiser II (1988)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Bereits ein Jahr nach dem ersten Teil des Franchise, mit dem Clive Barker das Horrorgenre neu belebte, entstand diese Fortsetzung. Die Regie übernahm diesmal Tony Randel, der als Filmeditor und Spezialeffekte-Künstler in den frühen 80er-Jahren u.a. an John Carpenters Klassiker "Die Klapperschlange" mitarbeitete. Nach "Hellbound" blieb er der "Hellraiser"-Reihe erhalten und verfasste das Skript zum dritten Teil (1992). Allein an den US-Kinokassen spielte "Hellbound" über zehn Millionen Dollar ein.

Wesentlich mehr noch als der Erstling, formuliert "Hellbound" die furchterregende, von bestialischen Kreaturen bevölkerte Welt der Hölle aus. Das liegt u.a. schlicht an der Tatsache, dass "Hellraiser" dereinst noch zu weiten Teilen im Haus von Larry bzw. seinem Bruder Frank angesiedelt war. "Hellbound" nun verlässt das Wohnhaus als Handlungsort und führt mitten hinein in die dunkle Welt. Bei der optischen Ausgestaltung dieser Paralleldimension konnte sich Effekte-Spezialist und Regisseur Randel voll und ganz austoben. Und gerade bei der visuellen Umsetzung der ekelerregenden (und schlicht atemberaubend hässlichen) Wesen, wird zudem deutlich, dass der Schweizer Künstler HR Giger ("Alien") eines der großen Vorbilder Randels ist. Zu sehen gibt es u.a. abstoßende, Clown-artige Fratzen, entstellte Monsterhybride und mit aufgeblähtem Schädel ausgestattete, schleimige Kreaturen.

Gestalterisches Talent und reichlich Einfallsreichtum bewiesen die Macher ebenso bei der Kreation der verschlungenen, Labyrinth-artigen Gänge sowie der engen Kammern. Zusammen erzeugen diese Kulissen das beständige Gefühl der einengenden Bedrohung und Ausweglosigkeit. Auch die an altrömische Monumentalbauten erinnernde, geradlinige Architektur zeugt von Kreativität. Gut ist auch, dass der Zuschauer in der Fortsetzung mehr über den Pinhead, seine Zenobiten und ihre Motivation erfährt. So erscheinen sie komplexer und vielschichtiger.

Einzig in Sachen Blutexzess und Gore-Anteil übertreibt es "Hellbound" hier und da. Der Film ist wesentlich brutaler und gewalttätiger als der ohnehin schon schwer verdauliche und auf den Magen schlagende erste Teil. Die ein oder andere Geschmacklosigkeit und blutige Eskalation, hätte sich Randel daher sparen sollen, denn: Selbst hartgesottene und an Splatterszenen gewohnte Zuschauer, müssen bei "Hellbound" hart im nehmen sein.

Fazit: Mit beeindruckenden, handgemachten Effekten ausgestattete, vielschichtige Fortsetzung, die es bei den ausufernden Gore- und Körperhorror-Exzessen übertreibt.




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