VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Bad Neighbors
Bad Neighbors
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Bad Neighbors (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die saftige neue Komödie von Regisseur Nicholas Stoller beschränkt sich nicht auf einen Nachbarschaftsstreit, der actionreich eskaliert. Es geht ihr vor allem um das dahinterliegende Problem, dass sich zwischen Menschen in den Zwanzigern und jenen, die noch nicht lange über 30 sind, ein gewaltiger mentaler Graben auftun kann. Als junge Eltern sind Mac und Kelly praktisch dauerfrustriert, so sehr sie sich auch einreden, ein glückliches Familienleben zu führen. Gegenüber den Studenten nebenan mit ihren lauten Partys kommen sie sich schon richtig alt vor. Mac und Kelly müssen Position beziehen, den Nachbarn gegenüber, vor allem aber gegenüber sich selbst. Die Komödie bringt das Paar genüsslich an seine Grenzen und die des guten Geschmacks. Mac und Kelly sprechen mit ungeniertem Dialogwitz vieles aus, was nicht zu ihrem Image vernünftiger Erwachsener passt.

Einfach miteinander Sex haben, wann immer man will: Geht das denn noch, wenn das Baby zuschaut? Sich einfach spontan mit den kinderlosen Freunden zum Feiern treffen? Mac und Kelly packen stundenlang die Sachen, die das Baby unterwegs braucht und schlafen schließlich im Flur ein. Und als er Kelly beim Abpumpen der Muttermilch helfen soll, findet Mac ihre Brüste plötzlich furchterregend. Der Dialogwitz profitiert davon, dass die Schauspieler während zweiwöchiger Proben improvisieren konnten. Die besten Einfälle wurden dann ins Drehbuch eingebaut. Das Resultat ist ein ironischer Humor, der alltägliche Nöte aus dem Leben junger Familien realitätsnah, aber köstlich zugespitzt auf den Punkt bringt.

Auch nebenan bei den Studenten ist nicht alles eitel Sonnenschein. Teddy klammert sich verbissen an sein Image als Partykönig, weil er Angst vor der Zukunft hat. Mac und Kelly fahnden wie Spürhunde nach den Schwachstellen in dieser fidelen Gruppierung, um sie von innen heraus zum Einsturz zu bringen. Damit rüttelt die Komödie am Klischee, dass es immer die Jungen sind, die am meisten auf den Putz hauen. Im Zentrum der Gefechte stehen Mac und Teddy, die sich schließlich auch in einem Tanzduell messen. Der attraktive Zac Efron mit seiner vorbildlichen Figur und Seth Rogen, der seinen fülligen Leib munter wabbeln lässt, funktionieren als komödiantische Gegner auch physisch hervorragend. Rogens Charakter ähnelt denen aus seinen früheren Filmen, indem er immer noch gerne einen draufmacht. Aber jetzt erkennt er zusätzlich, wie anstrengend das ist. Die Komödie bietet mit ihrem satirischen Blick auf Menschen am Beginn ihrer Familienphase spritzige, unbeschwerte Unterhaltung.

Fazit: Seth Rogen und Zac Efron spielen als junger Familienvater und partywütiger Student erbitterte Gegner in einem Nachbarschaftsstreit. Spritzig und oft grell, aber treffsicher, nimmt die Komödie dabei die verbreitete Sehnsucht dreißigjähriger Eltern nach ihrer wilden Zeit ins Visier.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.