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Die sagenhaften Vier
Die sagenhaften Vier
© Universum Film © 24 Bilder

Kritik: Die sagenhaften Vier (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Der zweite von den Brüdern Christoph und Wolfgang Lauenstein ("Luis und die Aliens", Oscar für Kurzfilm "Balance") inszenierte Spielfilm erweist sich als köstliche Neuinterpretation der "Bremer Stadtmusikanten". Wie im Märchen der Gebrüder Grimm gehen auch in diesem Animationsfilm vier Tiere hinaus in die Welt. Sie nehmen es auf abenteuerliche und mutige Weise mit bösen Dieben auf und entdecken den Wert von Freundschaft und Zusammenhalt.

Der Hahn, die Katze, der Hund und der Esel waren im Märchen vier alte Tiere, die daheim am Bauernhof als nutzlos galten und folglich um ihr Leben fürchten mussten. Die Motive der Helden, wegzugehen, sind im munteren Roadmovie breiter gestreut. Der misshandelte Hund Elvis hat zwar ähnlich traurige Erfahrungen wie die Protagonisten der Gebrüder Grimm gemacht, aber schon mit dem Hahn Eggbert, der vor dem Kochtopf flieht, zieht mehr Witz als Ernst in die Geschichte. Denn Eggbert meditiert am liebsten mit Kopfhörern, anstatt die Hühner zu begatten, die Eier wollen.

Das Zebra, das zum Zirkus will, ist eine flippig-schräge Figur mit einem Geheimnis. Und die Hauptfigur, die leidenschaftliche Detektivin Marnie, mag zwar unerfahren und naiv sein, aber sie hat Grips und erweist sich als bestens gerüstet für das detektivische Abenteuer. Wie diese orangefarbene, schnuckelige, aber stets hellwach und interessiert wirkende Katze mit ihren Köfferchen und Taschen zu Elvis auf den Traktor steigt, wie sie nach dem Übernachten im Heu die elektrische Zahnbürste zückt, wie sie mit ihrem Smartphone hantiert, sorgt schon rein visuell für Heiterkeit und gute Laune.

Die Geschichte steckt auch sonst voller humorvoller Einfälle, die Jung und Alt zum Lachen reizen. Als die Vier mit ihrem Auto an einen Bahnübergang kommen und der Zug naht, behauptet Marnie, es müsse nicht gebremst werden – im Film gehe das immer gut. Es besteht kein Verlass, dass die Realität stets Rücksicht auf die Erwartungen niedlicher Tiere nimmt. Der Humor erweist sich zu seinem Vorteil des öfteren als frech und sogar ruppig. Die lieblichen Landschaftszeichnungen betonen die naiv-unschuldige Seite der Geschichte, die einen spannungsreichen Kontrast zu den aufgeweckten Ideen und dem spritzigen Dialogwitz bildet. Selbst der in jedem Kinderfilm beinahe schon obligate Pups-Scherz überrascht hier in einer originellen Variante.

Fazit: Der von den Brüdern Christoph und Wolfgang Lauenstein inszenierte Animationsfilm empfiehlt sich als charmant-gewitzte Neuinterpretation des Grimmschen Märchens "Die Bremer Stadtmusikanten". Eine niedliche Katze, die ihren ersten Ausflug nach draußen zur Entfaltung ihrer detektivischen Leidenschaft nutzt, ist der Kopf des munteren Tierquartetts, das sich zu einer abenteuerlichen Reise zusammenfindet. Der Tonfall kombiniert und kontrastiert naive Unschuld mit einer Fülle pfiffiger Ideen und fröhlicher Action. Das Ergebnis ist ein hervorragender Film, der rundum gelungenes Kinovergnügen bietet.




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