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Kritik: Schindlers Liste (1993)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Bis heute zählt das Jahr 1993 zu den wichtigsten im Schaffen von Steven Spielberg. Er inszenierte in jenem Jahr mit "Jurassic Park" nicht nur einen der bis dahin größten Blockbuster und Kassen-Hits überhaupt sondern schuf mit "Schindlers Liste" auch einen der besten Filme aller Zeiten. Dieser Erfolg tat dem Filmemacher gut, erlebte er mit seinem vorherigen Film, "Hook" (1991), doch einen künstlerischen Flop. Schindlers Liste, der bei den Oscars 1994 mit sieben Goldjungen prämiert wurde, war zudem in kommerzieller Hinsicht Erfolg bescheiden: Bei einem Budget von 25 Millionen Dollar konnte er rund 300 Millionen einspielen.

Noch vor "Der Pianist" und "Das Leben ist schön" gilt Steven Spielbergs Meisterwerk "Schindlers Liste" zurecht als bestes aller Holocaust-Drama – ein dringliches, mitreißendes Plädoyer für (Mit-)Menschlichkeit und Zusammenhalt im Kontext der Grausamkeit des braunen Terrors. Spielberg hüllt seinen Film in stimmige Schwarz-Weiß-Bilder und macht allein mit dieser mutigen Entscheidung klar: In der schlimmsten, unmenschlichsten Zeit der jüngeren Menschheitsgeschichte war nichts bunt, unbeschwert oder gar fröhlich. Nur konsequent war demzufolge auch sein Entschluss, dem dreistündigen Epos durch eine zurückhaltende Schwarz-Weiß-Optik eine beklemmende Aura des Düsteren und Schwermütigen zu verschaffen.

Der detailversessene Spielberg manövriert den Zuschauer direkt in die Hölle des Krakauer Ghettos und des Zwangsarbeitslagers Plaszow, das vom österreichischen SS-Sadisten Amon Göth geleitet wird. Egal ob Requisiten oder Kulissen: Der zu weiten Teilen an Originalschauplätzen gedrehte "Schindlers Liste" lebt von seiner enormen Authentizität und der detailverliebten Ausstattung, beginnend bei den Uniformen der SS-Schergen über die (Innen-)Ausstattung von Schindlers Emaille-Fabrik bis hin zum originalgetreuen "Wiederaufbau" des Krakauer Ghettos am tatsächlichen, früheren Standort.

Hinzu kommen herausragende schauspielerische Leistungen (allen voran Ralph Fiennes raubt mit seiner verstörenden Darstellung des Nazi-Verbrechers Göth bis heute den Atem) sowie Spielbergs Mut, Schindler eben auch als Mann zu zeigen, der letztlich zwar über 1000 Juden das Leben rettete. Der diese zuvor aber rein aus Profitgier und wirtschaftlichen Gründen einstellte und darüber hinaus ein cholerischer Schwerenöter und Lebemann war, der es mit der ehelichen Treue nicht allzu genau nahm.

Fazit: Optisch glaubhaftes, darstellerisch brillantes und zutiefst bewegendes Drama über eines der dunkelsten Kapitel der menschlichen Geschichte.




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