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Gefühlt Mitte Zwanzig
Gefühlt Mitte Zwanzig
© Universum Film © SquareOne

Kritik: Gefühlt Mitte Zwanzig (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Auch mit seinem neuen Film blickt Regisseur und Drehbuchautor Noah Baumbach wieder auf die alltäglichen Krisen und Befindlichkeiten der weißen Mittelschicht New Yorks und tritt damit in die großen Fußstapfen Woody Allens. Nachdem Baumbach im Vorgängerfilm "Frances Ha" (2012) die Selbstfindung einer tollpatschigen Tänzerin porträtiert hat, lässt er mit "Gefühlt Mitte Zwanzig" nun zwei Paare aufeinandertreffen, die sich an vollkommen unterschiedlichen Stellen ihres Lebens befinden und sich doch auf Anhieb gut verstehen. In einer rasanten Montage prallen dabei die Lebensentwürfe junger Großstädter auf die einer Generation in ihren Vierzigern: Während die Älteren sich mit Smartphones und MP3s angefreundet haben, tippen die hippen Mittzwanziger wieder in alte Schreibmaschinen und sammeln Schallplatten.

Als ähnlich pointiert, wenn auch bisweilen etwas klischeelastig erweisen sich die Dialoge und Settings von "Gefühlt Mitte Zwanzig", die die alternden Protagonisten von urbanen Strandpartys über Hip-Hop-Kurse bis zum schamanischen Ayahuasca-Seminar führen. Vor allem zu Beginn kann die Komödie mit nachdenklichem Witz überzeugen, von Szene zu Szene bietet Baumbach immer wieder neue, satirische Einblicke in das moderne Großstadtleben. Doch während einzelne Episoden durchaus gelungen sind, schafft es der Filmemacher keinen großen dramatischen Bogen zu ziehen.

So wirkt der abrupte Stimmungswechsel im letzten Drittel allzu bemüht und etwas hilflos versucht Baumbach seinen Film zu einem runden Ende zu führen. Dass er das nicht schafft, mag auch den teils flachen Figuren geschuldet sein: Vor allem Hauptdarstellerin Naomi Watts und ihre Kollegin Amanda Seyfried werden hier sträflich unterfordert, ihre Rollen dienen oftmals bloß als Stichwortgeberinnen für die männlichen Stars.

Fazit: Noah Baumbachs neue Komödie bietet witzige Szenen, die sich satirisch dem modernen Großstadtleben widmen. Der große dramatische Bogen will dem Filmemacher allerdings nicht gelingen und so enttäuscht sein Film mit einem bemühten Finale und unterforderten weiblichen Stars.




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