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Der Terminator - Poster
Der Terminator - Poster
© Cine-Contor

Kritik: Der Terminator (1984)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

"Terminator" ist neben "Blade Runner" einer der größten Sci-Fi-Klassiker der 80er-Jahre. Bis heute hat James Camerons Low Budget Film zahlreiche Sequels hervorgebracht. Einzig bemerkenswert - und längst ebenfalls Kult - ist der ebenfalls von Cameron stammende "Terminator 2" aus dem Jahre 1991. Obwohl nur sieben Jahre zwischen beiden Filmen liegen, sind "Terminator" und "Terminator 2" Vertreter zweier ganz verschiedener Zeitalter des Hollywoodfilms. Während "Terminator 2" 1991 großes Aufsehen mit seinen damals extrem avancierten CGI-Effekte erregte, sind die Effekte im ursprünglichen Film noch ganz von Hand gemacht. 1984 erweckte Cameron den tödlichen Androiden und die weiteren Kampf-Maschinen mittels klassischer Techniken, wie Maske, Modellen und Stop-Motion zum Leben. Das gelang weit weniger perfekt, als später per CGI. Zugleich trägt es zum rauen Charme des Independent-Films bei.

In "Terminator" findet das erste Aufeinandertreffen zwischen Reese und dem Androiden in einer Disko statt, die "Technoir" heißt. Der Name könnte nicht besser gewählt sein, bildet er doch zugleich eine passende Bezeichnung für den Film in seiner Gesamtheit. "Terminator" verbindet ein intelligentes Zeitreiseparadoxon, wie man es erst viel später ähnlich wieder in "12 Monkeys" (1995) sah, mit einem denkbar straighten Action-Plot und verpasst dem ganzen einen kräftigen Noir-Anstrich. Der Terminator "denkt nicht, fühlt nicht, hat kein Gewissen." Einzig geschaffen, um zu töten, walzt er solange erbarmungslos voran, bis er seine Mission erfüllt hat - bis sein Zielobjekt terminiert ist. Arnold Schwarzenegger mit schwarzer Sonnenbrille, maskenhaft erstarrtem Gesicht, mächtiger Shotgun und schwarzer Lederjacke, wie er auf einem Motorrad in der Nacht unerbittlich die Verfolgung Sarah Conners aufnimmt, ist ein archetypisches Bild des absolut Bösen, das sich dem Zuschauer für immer in sein filmisches Gedächtnis einbrennt.

Reese ist als Vertreter des Guten kein strahlender Held, sondern eine melancholische und innerlich gebrochene Persönlichkeit. Sein graues Trenchcoat unterstreicht die Nähe seiner Figur zum versehrten Ermittler in den Filmen der Schwarzen Serie Hollywoods. Auch Sarah Conner ist im Film keine geborene Heldin, sondern eine einfache Frau, die erst durch die besonderen Umstände zu einer starken inneren Entwicklung getrieben wird. All dies ist klassischer Hollywood-Stoff im Sci-Fi-Gewand und zugleich unendlich fern von dem Großteil der heutigen komplett glatt gespültem und zielgruppengerechten Produktionen der Traumfabrik. "Terminator" verbindet den Blut-und-Schweiß-Machissmo der 80er mit frischer Frauen-Power und verwehrt sich auf diese Weise konsequent allen kleinlichen Gender-Auseinandersetzungen. Der Film ist ein wild blinkender Rohdiamant, der den archaischen Kampf des Guten gegen das Böse in zeitgenössischer Form zeigt.

Am Zwingenden der Figur des Terminators hat der Elektro-Score von Brad Fiedel einen entscheidenden Anteil. Das sehr schlichte und sehr bedrohliche Terminator-Thema hat ebenfalls schon lange Kultstatus erlangt. Auf Youtube ist zudem zu sehen, wie diverse (Hobby-)Grafiker aus schierer Begeisterung heraus die Titelsequenz des Films mit diversen Grafikprogrammen nachzuempfinden versuchen. Im Film kommt das Dröhnende "Bahm-Bahm" dieses Themas immer dann erneut zum Einsatz, wenn der Terminator dabei ist sein Zielobjekt anzusteuern. Es ist das wahrscheinlich eindringlichste Thema zur akustischen Darstellung der drohenden Gefahr seit dem gleichfalls unvergesslichen Thema aus "Der weiße Hai" (1975). Wenn man sich die vielen Fortsetzungen dieses Klassikers anschaut, dann wird deutlich, dass die Devise des Bauhaus-Architekten Mies van der Rohe: "Weniger ist mehr" selten so gültig war, wie hier.

Fazit: Nicht nur das Original ist hier legal, aber der ursprüngliche "Terminator" aus dem Jahre 1984 besitzt eine einmalige Kraft und einen unwiederholbaren Kultfaktor.




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