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Kritik: Pixels (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Pixels" ist der neue Film von Komödien-Spezialist Chris Columbus, der Anfang der 90er-Jahre mit Filmen wie "Kevin allein zu Haus" oder "Mrs. Doubtfire" zu Weltruhm gelangte. Dass Columbus auch actionreiche, massentaugliche Blockbuster mit hohem Trickeffekte-Anteil inszenieren kann, bewies er mit den ersten beiden Harry-Potter-Filmen. Mit "Pixels" bringt er nun all das zusammen: Action, Humor und Animation. "Pixels" beruht auf dem gleichnamigen Kurzfilm des französischen Regisseurs Patrick Jean von 2010, der damals die Spielfiguren bereits New York angreifen ließ. Ganz im Stile von "Independence Day", attackieren die Aliens in der 90-Millionen-Dollar-teuren-Kinoversion nun unterschiedliche Ziele auf der ganzen Welt. Nach etlichen kommerziellen wie künstlerischen Flops ("Der Chaos-Dad", "Kindsköpfe") in den vergangenen Jahre, hofft Hauptdarsteller Adam Sandler mit "Pixels" wieder auf einen Kassen-Hit.

Gleich vorweg: ja, "Pixels" ist banal und ziemlich anspruchslos, dazu garniert mit einer hanebüchenen, extrem weit hergeholten Handlung und ziemlich oberflächlichen, alles andere als komplex gezeichneten Figuren. Aber das alles spielt keine allzu große Rolle, denn "Pixels" will kurzweilige Unterhaltung mit gewaltigem Fun-Faktor und einem hohen Maß an Kreativität bieten. Und das gelingt Regisseur Columbus außerordentlich gut. Der Clou an "Pixels" ist dabei vor allem, dass er für eine äußerst breite Zielgruppe interessant ist.

Die Jüngeren werden ihren Spaß mit der rasanten Action, den beeindruckenden visuellen Ideen (allein die "Verpixelung" des Taj Mahal in Indien ist optisch herausragend) und dem typischen, liebenswürdigen Loser-Humor von Adam Sandler und Kevin James haben. Adam Sandler überzeugt als bemitleidenswertes, ehemaliges Spiele-Ass, das im Erwachsenenalter als Installateur von Hi-Fi-Anlagen arbeitet und Kevin James gefällt als trotteliger, absolut unfähiger US-Präsident, der am Ende dann doch noch zu Höchstform aufläuft.

Auf die Älteren hingegen zielen die vielen gelungenen Anspielungen und Verweise auf die Popkultur der 80er-Jahre ab. Mit hohem Charme- und Nostalgie-Faktor erlebt der Kinobesucher ab 40 ein freudiges Wiedersehen mit Pop-Queen Madonna, dem digitalen Videoclip-Ansager Max Headroom oder den US-Musikern Hall & Oates, während man zwischendurch Hits von Spandau Ballet, Loverboy oder Tears for Fears präsentiert bekommt. Ganz zu schweigen von den unzähligen, legendären Spiele-Figuren und -Elementen: von Frogger, Super Mario, Tetris, Lady Lisa, den Schlümpfen bis hin zu Pac-Man.

Düstere, unheimlich-gruselige Weltuntergangsstimmung kommt im Film dabei nie wirklich auf: er ist zu jeder Zeit kunterbunt, verspielt und unterhaltsam, weshalb eben auch Kinder ihren Spaß an der schrillen Pixel-Welt haben werden. Und: Ludlow-Darsteller Josh Gad bietet mit seiner Darbietung von "Everybody wants to rule the world" eine der spaßigsten, leidenschaftlichsten Interpretationen eines 80er-Klassikers auf der großen Leinwand in den letzten Jahren.

Fazit: "Pixels" ist ein kunterbunter, höchst kreativer Action-Animations-Hit mit viel Humor und ordentlich 80er-Charme. Der perfekte Sommer-Film.





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