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Promised Land
Promised Land
© Focus Features

Kritik: Promised Land (2013)


"Promised Land" ist der Titel des Films, der vor allem durch Matt Damon und John Krasinski entstanden ist. Sie haben zusammen das Drehbuch geschrieben, und Matt Damon wollte auch selbst Regie führen, fragte dann aber aus Zeitgründen seinen Freund Gus van Sant. In dieser Zusammenarbeit ist ein Film entstanden, der unterhaltsam ist und gerade mit ausgefeilten, amüsanten Dialogen überzeugt. Auch die Figuren verwehren sich weitgehend einer einfachen Schwarz-Weiß-Zeichnung. Matt Damons Steve Butler – die eindeutige Namensgebung ist als amüsanter Fingerzeig zu verstehen – ist tatsächlich ein netter Kerl, der überzeugt ist, mit seinem Tun Gutes zu den Menschen zu bringen. Aber er arbeitet nun einmal für ein großes Unternehmen, das Klagen von vornherein unterbindet und die Folgen des Fracking verschleiert. Der Umweltaktivist Dustin Noble spielt das Spiel der Manipulation zu gut, um tatsächlich sympathisch zu sein – denn letztlich geht es in McKinley darum, die Leute von der einen oder anderen Seite zu überzeugen. Leider unterlassen es Damon und Krasinski hier, auch den Dorfbewohnern ein vielschichtiges Gesicht zu geben. Sie werden im Verlauf des Films eher zu einer Wählermasse, die beliebig manipuliert werden kann. Ähnlich verhält es sich mit den Frauen in diesem Film. Während Sue bewusst gegen die Konventionen gezeichnet ist – sie fährt das Auto mit Gangschaltung, bewahrt einen kühlen Kopf und macht auch mal die Drecksarbeit – wird die Lehrerin Alice (Rosemarie DeWitt) zu einer Trophäe, um die Steve und Dustin ebenfalls kämpfen. Dennoch ist unterhaltsam, wie in dem Film der typische Kampf der Kleinen gegen die Großen aufgeweicht ist. Es geht um eine einfache Auseinandersetzung, keinen juristischen Konflikt. Deshalb sind auch die Mittel des großen Konzerns begrenzt.

Daher ist "Promised Land" kein Film wie "Erin Brockovich", aber er ist auch kein Film über Fracking. Vielmehr geht es Matt Damon und John Krasinski um eine Bestandsaufnahme des Lebens im Mittleren Westen. Er steht für das gelobte Land, als das sich die USA selbst sehen, hier leben die Menschen auf Farmen und im Einklang mit der Natur. In schönen Bildern und mit Folk-Songs unterlegt wird diese untergehende Idylle gezeigt. Doch es reicht letztlich nicht aus, einfach nur den Zusammenhalt zu beschwören. Hier wäre es wünschenswert gewesen, wenn sich der Film zumindest mit der Suche nach einem Ausweg befasst. Denn durch einen überraschenden Dreh und einer zu einfachen Dramaturgie wendet sich der Film in den letzten Minuten schlichtweg ins Melodramatische, das auch noch die letzten Mehrdeutigkeiten des Films auflöst. Und das ist einfach zu wenig.

Fazit: Aufgrund der schön fotografierten Bilder, der guten Darsteller und der scharf-witzigen Dialoge ist „Promised Land“ ein unterhaltsamer Film.





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