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Kritik: Vacation - Wir sind die Griswolds (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Äußerst selbstbewusst geht die Komödie der beiden Regisseure und Drehbuchautoren John Francis Daley und Jonathan Goldstein mit ihren filmischen Wurzeln um: Auf das in Deutschland als "Die schrillen Vier auf Achse" (1983) bekannte Original, auf dessen Spuren "Vacation – Wir sind die Griswolds" munter wandelt, wird nämlich im Verlauf des Films immer wieder mit einem Augenzwinkern angespielt. Und sogar die Ur-Griswolds Chevy Chase und Beverly D'Angelo haben sich zu einem kleinen Auftritt in dieser Fortsetzung hinreißen lassen.

Bei allen inhaltlichen Überschneidungen schlägt das Spielfilmdebüt von Daley und Goldstein doch eigene Wege ein und setzt vor allem auf einen raueren Ton, wie er momentan im US-amerikanischen Kino populär ist. Die satirischen Spitzen sowie die Herzlichkeit von "Die schrillen Vier auf Achse" lässt "Vacation" dabei allerdings vollkommen vermissen und bietet stattdessen eine nicht enden wollende Aneinanderreihung von Geschmacklosigkeiten und Absurditäten. Tabus brechen die Witze über Kinderschänder, Analsex und Fäkalien dabei allerdings nicht und unter der respektlosen Oberfläche scheinen zudem immer wieder eindeutig konservative Werte durch.

So bleibt "Vacation" ein harmloser Spaß, dessen vermeintliche Grenzüberschreitungen ziemlich aufgesetzt wirken: Die Penisse und Kothäufchen sind hier ebenso schnell als steriler Fake erkennbar wie die unsympathischen Figuren und deren Beziehungen zueinander. Ideen wie die, dass ein Teenager mit Smartphone ausgerechnet seinen unwissenden Vater darum bittet, ihm zu erklären, was ein Rim-Job sei, statt einfach im Internet nachzuschauen, strapazieren die Glaubwürdigkeit gewaltig. So wirkt in dieser Komödie vieles allzu fadenscheinig und vom Drehbuch lieblos konstruiert, die eher schwache Besetzung verpatzt zusätzlich so manchen Gag.

Fazit: Trotz allerlei Geschmacklosigkeiten erweist sich "Vacation" letztlich als harmlose Komödie, wie sie das US-amerikanische Kino aktuell in Massen produziert. Die teils schwachen Darsteller und das lieblose Drehbuch machen den Film allerdings zu einem eher missglückten Vertreter des Genres.





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