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Dark Places - Gefährliche Erinnerung (2015)

Dark Places

Jahrzehnte nach dem Mord an ihrer Mutter und ihren beiden Schwestern muss sich die verbitterte Libby Day noch einmal den grausigen Ereignissen von damals stellen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Als kleines Mädchen musste Libby Day (Charlize Theron) mitansehen, wie ihre Mutter Patty (Christina Hendricks) und ihre beiden Schwestern brutal ermordet wurden, und brachte mit ihrer Aussage ihren Bruder in den Knast. Libby stieg durch die Tragödie zu einer landesweiten Berühmtheit auf und finanzierte sich ihr Leben fortan mit Spenden und den Erlösen aus ihrer Autobiografie. Heute, knapp 30 Jahre später, sind die einst ergiebigen Geldquellen versiegt, weshalb sich Libby nach anfänglichen Zweifeln auf ein Treffen mit einem jungen Mann einlässt, der einer Gruppe von True-Crime-Enthusiasten angehört. Der sogenannte "Kill Club" bietet der verbitterten Frau Geld, sofern sie sich bereit erklärt, ihre Version der damaligen Ereignisse zu überdenken. Dafür soll sie ihren noch immer inhaftierten Bruder (Corey Stoll) im Knast besuchen, den sie schon Ewigkeiten nicht mehr gesehen hat. Der Beginn einer Reise in eine düstere Vergangenheit, die auch Libby irgendwann daran zweifeln lässt, ob wirklich der wahre Schuldige verurteilt wurde.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse1 / 5

Eine Bestsellervorlage des Thriller-Stars Gillian Flynn und eine namhafte Besetzung, die von Oscar-Preisträgerin Charlize Theron angeführt wird. Eigentlich sollte man meinen, dass sich aus diesen Zutaten ein stimmungsvoller Film ergeben müsste. Doch weit gefehlt. War die von David Fincher inszenierte Adaption des dritten Flynn-Romans "Gone Girl – Das perfekte Opfer" noch ein exquisit fotografiertes, wenngleich im Tonfall schwankendes Intrigenspiel, entpuppt sich die Verfilmung von "Dark Places – Gefährliche Erinnerung", dem zweiten Werk der US-Autorin, als monotoner Einheitsbrei. Entstanden ist ein Thrillerdrama, das fast keine Spannung produziert, emotional eher kaltlässt und auch atmosphärisch enttäuscht.

Libby Day, die in Charlize Therons Darstellung recht teilnahmslos erscheint, ist eine schwer zugängliche Hauptfigur. Nach dem Mord an ihrer Mutter Patty (Christina Hendricks) und ihren beiden Schwestern, den sie als Achtjährige mit ansehen musste, zieht sie sich komplett zurück und finanziert ihr Leben durch die Berühmtheit, die sie nach dem grausamen Verbrechen erlangte. Spenden und eine Autobiografie bringen das nötige Geld ins Haus, um ohne feste Arbeit über die Runden zu kommen – was Libby dem Zuschauer freimütig gesteht. Der Blick auf einen traumatisierten Menschen, der seinen zweifelhaften Ruhm schamlos ausnutzt, ist durchaus reizvoll. Regisseur und Drehbuchautor Gilles Paquet-Brenner ("Sarahs Schlüssel") gelingt es aber nicht, uns der verbitterten Protagonistin und ihrem tiefsitzenden Schmerz näherzubringen. Ihre verlotterte Wohnung wirkt wie eine künstliche Kulisse. Und ihre Abneigung gegen Berührungen vermittelt auf wenig subtile Weise die Verunsicherung, die Libbys Leben auch Jahrzehnte nach den schrecklichen Vorkommnissen noch bestimmt.

Ließen Fincher und Flynn, die ihren eigenen Roman adaptierte, in "Gone Girl" Rückblenden, Projektionen und gegenwärtige Ereignisse auf wirkungsvolle Weise ineinanderfließen, präsentiert Paquet-Brenner ein schnell ermüdendes Wechselspiel zwischen Jetztzeit und Vergangenheit. Die Nachforschungen der Protagonistin erweisen sich als spannungsarmes Abklappern einzelner Stationen und erzeugen trotz schummrig-depressiver Aufmachung keine eindringliche Stimmung. Während Libby seltsam unberührt durch die Gegend stapft, drängen immer wieder frühere Bilder und Erinnerungen an die Oberfläche. Szenen, die das sorgenreiche Farmerleben der alleinerziehenden Patty illustrieren, meistens aber nicht über simple White-Trash-Klischees hinauskommen. Das Schicksal der vierfachen Mutter, die in großen finanziellen Nöten steckt und mit einem widerwärtigen Ex-Mann (Sean Bridgers) geschlagen ist, berührt nur in Ansätzen. Und auch die Satanisten-Hysterie, die in den 1980er Jahren gerade in ländlichen US-Regionen um sich griff, wird in den Rückblenden eher halbherzig verhandelt. Mit dicken Strichen pinselt der Regisseur auf der Gegenwartsebene zudem das Milieu der True-Crime-Liebhaber, in das Libby anfangs eintaucht.

Steht nach etwas mehr als anderthalb Stunden die haarsträubend konstruierte Auflösung an, glaubt man fast an einen schlechten Scherz. Gerade in der unbeholfenen, zähen Umsetzung Paquet-Brenners treten die reißerisch-hanebüchenen Versatzstücke zu Tage, mit denen Flynn in ihren Büchern häufig operiert. Auch die Adaption von "Gone Girl" baut an manchen Stellen auf simple Groschenheftmuster, kann diese aber durch hervorragende Schauspieler und stilvoll-doppelbödige Bilder überdecken.

Fazit: Angefangen bei einer selten stimmigen Atmosphäre über wenig einprägsame Darstellerleistungen bis hin zum ermüdenden Erzählrhythmus ist die Romanverfilmung "Dark Places – Gefährliche Erinnerung" eine einzige Enttäuschung. Wer Spannung und mitreißende Emotionen sucht, sollte sich hier erst gar nicht umschauen!




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Land: USA
Jahr: 2015
Genre: Thriller
Kinostart: 10.12.2015
Regie: Gilles Paquet-Brenner
Darsteller: Charlize Theron als Libby Day, Sterling Jerins als Young Libby Day, Nicholas Hoult als Lyle Wirth
Verleih: Concorde

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