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Taffe Mädels - Hauptplakat
Taffe Mädels - Hauptplakat
© 20th Century Fox

Kritik: Taffe Mädels (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Nachdem bereits sein viel beachteter Komödienerfolg "Brautalarm" (2011) eine Gruppe von Frauen in den Mittelpunkt stellte, nimmt sich Regisseur Paul Feig auch in seinem neuen Werk "Taffe Mädels" einer dezidiert weiblichen Perspektive an, entfaltet diese allerdings in einem männlich konnotierten Kosmos. Der vor allem in den 80er Jahren sehr beliebte Buddy-Cop-Film dient als Grundlage für die Geschichte zweier grundverschiedener Polizistinnen, die – wie es die etablierten Erzählmuster verlangen – im Laufe ihrer Ermittlungen zu einem perfekten Team zusammenwachsen.

Auch wenn eine derartige Krimikomödie nicht allzu viel Subtilität erwarten lässt und letztlich von der Gegensätzlichkeit des Ermittlerpärchens lebt, ist es doch erstaunlich, wie überdeutlich der Film seine Prämisse vor sich herträgt. Die schon optisch hervorstechenden Unterschiede zwischen Sandra Bullock und Melissa McCarthy werden durch die überspitzt divergierenden Charakterzeichnungen ihrer beiden Figuren nachhaltig unterstrichen: Auf der einen Seite steht eine intelligente, strebsame, stets korrekt gekleidete FBI-Ermittlern, auf der anderen eine unangepasste Streifenpolizistin mit äußerst fragwürdigen Ermittlungsmethoden, die in erster Linie die Sprache der Straße spricht. Raum für Zwischentöne lässt das recht schematisch entworfene Drehbuch nur selten. Die beiden Hauptdarstellerinnen bestätigen vor diesem Hintergrund einmal mehr die mit ihnen verbundenen Rollenerwartungen. Bullock spielt die taffe Karrierefrau ohne Privatleben, die lernen muss, zu ihrem emotionalen Kern vorzudringen. Und McCarthy gibt erneut die gewollt provokante Rampensau, ein Part, dem sie – man denke an das im März angelaufene Buddy-Road-Movie "Voll abgezockt" – nur schwer zu entkommen scheint.

Wenngleich die Gegenüberstellung der beiden grundverschiedenen Hauptfiguren durchaus komische Momente hervorzubringen vermag – als Beispiel seien hier die recht gegensätzlichen Verhörmethoden erwähnt –, nutzt sich das kalkulierte Spiel mit zunehmender Dauer ab. Nicht zuletzt Shannons unflätige Wortwahl wirkt ab einem gewissen Zeitpunkt eher enervierend denn belustigend. Viele Gags werden darüber hinaus so offensichtlich vorbereitet, dass Überraschungen nur selten gelingen können.

Wie in einem Buddy-Movie nicht anders zu erwarten, hat der Kriminalfall an sich wenig zu bieten. Drehbuchautorin Katie Dippold lässt ihre Protagonistinnen diverse naheliegende Spuren verfolgen und schickt sie von einer absurden Wendung zur nächsten. So wird der eigentlich recht dünne Plot auf nicht immer kurzweilige zwei Stunden ausgedehnt. Viel wichtiger als die austauschbare Krimihandlung ist letztlich aber auch die unvermeidliche Annäherung der beiden Polizistinnen, die über ihre chaotischen Ermittlungen zueinander finden und sich gegenseitig helfen, bessere Menschen zu werden. Die emotionale Wandlung wirkt dabei bisweilen etwas brachial herbeikonstruiert, was vor allem den zumeist oberflächlich entwickelten Nebensträngen geschuldet ist.

Fazit: Ohne seine weibliche Perspektive für spannende Einsichten zu nutzen, spult "Taffe Mädels" allzu routiniert gängige Klischees des Buddy-Cop-Films ab und verlässt sich ganz auf die Gegensätzlichkeit seiner Hauptfiguren. Wirklich komische Momente wollen sich dabei leider nur selten einstellen.





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