VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Arlo & Spot
Arlo & Spot
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Arlo & Spot (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Innerhalb kürzester Zeit kommen zwei Filme aus dem Hause Pixar in die Kinos. Bereits im Oktober 2015 startete der originelle Animationsstreifen "Alles steht Kopf". Und Ende November folgt nun das Dino-Abenteuer "Arlo & Spot", das eine turbulente Produktionsgeschichte inklusive Wechsel auf dem Regiestuhl hinter sich hat. Die Prämisse verspricht dennoch gewitzte Familienunterhaltung, lässt der Film den Zuschauer doch in eine prähistorische Welt eintauchen, in der die Urzeitechsen von einem verheerenden Meteoriteneinschlag verschont bleiben und ein zivilisiertes Leben auf der Erde führen. Der Mensch hingegen ist ein ungezähmtes Wesen, das nicht sprechen kann, sondern bloß unverständliche Laute von sich gibt.

Ausgehend von diesem Grundgedanken erzählt das von Peter Sohn inszenierte Animationswerk die Geschichte einer durchaus ungewöhnlichen Freundschaft, die mitten in der Wildnis ihren Ursprung hat. Während der Apatosaurus Arlo seit seiner Geburt ein Angsthase ist, sprüht der kleine Menschenjunge Spot nur so vor Tatendrang und geht keinem Hindernis aus dem Weg. Hier und da bauen die Macher – Drehbuchautorin Meg LeFauve schrieb auch an "Alles steht Kopf" mit – überraschend skurrile Ideen ein – etwa einen ungewollten Drogentrip der beiden Titelhelden. Insgesamt verlaufen der Plot und die mit den ersten Szenen angekündigte Angsttherapie Arlos jedoch in sattsam bekannten Bahnen.

Dass die ausgelutschte Handlung dennoch halbwegs unterhaltsam bleibt, liegt vor allem an den Momenten, in denen sich der verschüchterte Saurier und der draufgängerische Knirps auf berührende Weise näherkommen. Obwohl Spot nicht sprechen kann, entwickeln die beiden recht schnell ein Vertrauensverhältnis, das von kleinen Gesten lebt. Anders als im Animationsbereich heute üblich, umschifft der Film popkulturelle Anspielungen und setzt stattdessen die meiste Zeit auf einen kindgerechten Humor, der sich in erster Linie aus Slapstick-Einlagen und Situationskomik speist. Kleine Zugaben für das Erwachsenenpublikum sind die nach der Hälfte immer deutlicher aufscheinenden Western-Bezüge.

Bemerkbar macht sich dieser Genreeinfluss schon in der abgebildeten Landschaft, die dem amerikanischen Nordwesten nachempfunden ist. Ein rauer und weiter Naturraum, den das Team um Peter Sohn mit großem technischem Aufwand zum Leben erweckt. Je mehr man in die Welt von "Arlo & Spot" eintaucht, umso größer ist das Staunen darüber, was mittlerweile am Computer möglich ist. Schließlich haben die Bilder eine fast fotorealistische Qualität, was nicht nur, aber besonders die Wasseranimationen beweisen. Läge dem Film ein etwas raffinierteres Drehbuch zugrunde, hätte er dem innovativen "Alles steht Kopf" vielleicht das Wasser reichen können. So aber kommt er nicht aus dem Schatten der anderen diesjährigen Pixar-Produktion heraus.

Fazit: Technisch umwerfend, manchmal erstaunlich berührend, inhaltlich aber recht schematisch – auf diese Formel lässt sich das Urzeitabenteuer "Arlo & Spot" herunterbrechen, mit dem Pixar passable Familienunterhaltung abliefert.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.