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Berlin, I Love You
Berlin, I Love You
© Roman Benbihy/ BILY Media

Kritik: Berlin, I Love You (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Berlin, I Love You" ist ein weiterer Film aus der "Cities of Love"-Kinoreihe, die im Jahre 2006 mit "Paris, je t'aime" von dem französischen Produzenten Emmanuel Benbihy ins Leben gerufen und seither in den Städten New York (2008), Tiflis und Rio (beide 2014) fortgeführt wurde; "Shanghai, I Love You" ist bereits in Planung. Abermals besteht das Werk aus mehreren Episoden mit internationaler Besetzung. Regie führten etwa Peter Chelsom ("Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück"), Dennis Gansel ("Die Welle"), Massy Tadjedin ("Last Night") und Til Schweiger. Die Rahmenhandlung mit Robert Stadlober und Rafaëlle Cohen wurde von Josef Rusnak ("The Thirteenth Floor") in Szene gesetzt.

Ein Großteil der Geschichten vermag leider weder dramaturgisch noch visuell zu überzeugen. So leidet zum Beispiel Peter Chelsoms Segment, in welchem ein von Jim Sturgess verkörperter Lebensmüder durch sein sprechendes, mit künstlicher Intelligenz ausgestattetes Auto zu neuer Kraft findet, nicht nur darunter, dass es die Themen Depression und Suizidgefahr viel zu oberflächlich behandelt, sondern auch unter seinen hochglänzend-nichtssagenden Stadtbildern, die in erster Linie aus Postkartenansichten bestehen. Auch Dianna Agrons Beitrag, in welchem der aus "Glee" bekannte Serienstar selbst als Puppenspielerin auftritt, die einen ausgebrannten US-Amerikaner (Luke Wilson) mit ihrer Darbietung inspiriert, ist vor allem kitschig – während Til Schweigers Episode mit Mickey Rourke und Toni Garrn nicht nur aufgrund der Werbefilmästhetik, sondern ebenso aufgrund des vorhersehbaren Twists völlig misslungen ist. Der Versuch von Claus Clausen und Stephanie Martin, die #MeToo-Debatte aufzugreifen, scheitert wiederum in einer seltsamen Mischung aus Drama, Komödie und Musical, in deren Zentrum Veronica Ferres als Besitzerin eines Waschsalons steht.

Neben einigen passablen Beiträgen (etwa von Dennis Gansel und Dani Levy) sind nur zwei Segmente aus "Berlin, I Love You" wirklich gut: So zeigt Fernando Eimbcke auf sensible Weise die Begegnung zwischen einer Dragqueen (toll: Diego Luna) und einem 16-Jährigen am Spreeufer – und Massy Tadjedin fängt Helen Mirren und Keira Knightley als Mutter und Tochter ein, die mit dem Schicksal eines geflüchteten Jungen konfrontiert werden. Einzig in diesen beiden Episoden gewinnt der Film Intensität; der Rest schwankt zwischen austauschbar und ärgerlich.

Fazit: Ein Anthologiefilm, der überwiegend aus schwachen Teilen besteht, die weder im Inhalt noch in der Form etwas Besonderes entwickeln und nichts Interessantes über Berlin zu erzählen haben.




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