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Justice League
Justice League
© Warner Bros.

Kritik: Justice League (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Nach "Man of Steel", "Batman vs. Superman", "Wonder Woman" und "Suicide Quad", ist "Justice League" der fünfte Film im Extended Universe von DC. Die Regie übernahm der Comicfilm-Experte Zack Snyder ("Watchmen", "300"), der für DC bereits die ersten beiden Superman-Filme inszenierte. Aufgrund eines tragischen Familienunglücks, stieg Snyder jedoch noch vor Ende der Produktion aus und wurde durch Joss Whedon ("Avengers – Age of Ultron") ersetzt. Mit einem Produktionsbudget von rund 300 Millionen US-Dollar, gehört "Justice League" zu den teuersten Filmen aller Zeiten. Gedreht wurde u.a. auf Island sowie in und um London. In Nebenrollen sind weitere hochkarätige Stars wie Willem Dafoe, Amy Adams oder Jesse Eisenberg zu sehen.

"Justice League" macht vieles besser als die meisten der bisherigen DC-Superheldenspektakel. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass der Film von Beginn an vor allem eines sein will: ein blendend unterhaltender Popcorn-Blockbuster für die breite Masse. Heißt: die Macher verzichteten diesmal zum Glück u.a. auf die pseudophilosophischen, spirituell angehauchten Tendenzen und Elemente aus "Batman vs. Superman", an den "Justice League" anknüpft. Und auch auf den freudlos-düsteren, unheilvollen Look wurde verzichtet (auch wenn einige Szenen nachts spielen). "Justice League" ist damit nicht so bierernst wie die ersten beiden Superman-Abenteuer geraten und weist zudem nicht deren epische Länge auf.

Die ausufernden Laufzeiten der Superheldenfilme der letzten Jahre (auch jene von Marvel), sorgten nämlich teils für gähnende Langeweile im Kinosessel und unnötige dramaturgische Längen. Beispiele: "Civil War" oder der letzte "Avengers"-Film. Auch diesen Fehler begeht "Justice League" nicht. In knackigen, kurzweiligen 115 Minuten erzählt er von der Entstehung der Gerechtigkeitsliga. Dafür bedient er sich vor allem des ersten Drittels, in dem der Film die Figuren etabliert und einführt. Die bereits Bekannten ebenso wie die DC-Neulinge auf der Leinwand: Cyborg, Aquaman und The Flash.

Die neuen, frischen Gesichter sind es dann auch, die für Film einen großen Gewinn darstellen. Zum einen, weil sie so unterschiedlich sind und damit jede Menge Abwechslung ins Figurenkabinett bringen. Zum anderen, weil durch sie der Humor-Anteil des Films auf gelungene Weise deutlich erhöht wird. Da ist z.B. der blutjunge Hitzkopf Flash, ein großer Fan jener Superhelden, mit denen er jetzt ein Team bildet. Mit seiner Naivität und jugendlichen Unbekümmertheit, sorgt er für etliche Lacher. Er bildet darüber hinaus einen wunderbaren (und manchmal extrem humorvollen) Kontrast zum melancholischen, ernsten und ein wenig in die Jahre gekommenen Batman. Auch die Figur des kantigen, regelrecht rustikalen Aquaman überzeugt, nicht zuletzt weil Darsteller Jason Momoa ihm Tiefe und Charisma verleiht.

Die Action und die CGI-Effekte sind größtenteils stimmig und optisch angemessen. In einer der stärksten, da rasantesten und kreativsten Action-Szenen, (einem Überfall auf Wonder Womans Heimat), mischt der Hauptbösewicht, Steppenwolf, mit. An ihm manifestieren sich dann leider aber doch noch zwei Schwächen des Films: seine visuelle Umsetzung überzeugt nicht, und: der Figur fehlen schlicht Komplexität und Tiefgang. Für einen Gegner der größten Superhelden aller Zeiten, ist das zu wenig.

Fazit: "Justice League" macht einiges besser als die Vorgängerfilme und überzeugt vor allem mit seinem bunten, unterhaltsamen Figurenkabinett und einer entschlackten, stringenten Handlung und Dramaturgie. Auch wenn der Film nicht die Klasse von "Wonder Woman" erreicht, empfiehlt er sich für alle jene, die auf kurzweilige Superhelden-Blockbuster stehen.




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