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Kritik: Der Knastcoach (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Kann man sich in einem Monat genügend Härte antrainieren, um im Knast zu bestehen? An diese Hoffnung klammert sich der von Will Ferrell gespielte Investmentbanker James King, der laut Gerichtsurteil San Quentin bald von innen sehen soll. Ein Mann, der in Wirklichkeit keine Knasterfahrung hat, will ihm zeigen, wie man sich hinter Gittern verhalten muss, um nicht vergewaltigt zu werden. Mit der deftigen Posse gibt der Drehbuchautor Etan Cohen, einer der Verfasser von "Tropic Thunder", sein Spielfilm-Regiedebüt. Das Buddymovie verspricht mit seinem gegensätzlich angelegten Duo und der originellen Grundidee recht spaßige Unterhaltung. Zumindest im ersten Teil sind für Will Ferrell auch einige sehr gelungene Momente drin, bevor das Niveau deutlich absinkt.

Wer an der Börse mit Millionen jongliert und damit richtig reich wird, gilt in heutiger Zeit von Haus aus als gerissen bis suspekt. Der Richter will an James, der vergeblich seine Unschuld beteuert, ein Exempel statuieren und verdonnert den vermeintlichen Betrüger zur Höchststrafe. Nach San Quentin kommen nur die wirklich schweren Jungs – man kann sich lebhaft vorstellen, welche Rolle der unbeholfene James in der Knasthierarchie spielen wird. Sein tiefer Fall vom Geldprotz zum Häufchen Elend wird lustig, mit frechen Seitenhieben auf den amerikanischen Traum und seine Auswüchse, erzählt. Ferrell ist unwiderstehlich komisch, wenn er sich unter Darnells Anleitung im Park zu Übungszwecken mit muskulösen Typen messen will. Die Geschäftsbeziehung mit seinem flunkernden Coach verwandelt sich natürlich in eine freundschaftliche und so hängt sich der unbescholtene Betreiber einer kleinen Autowäsche-Firma für James immer weiter aus dem Fenster.

James' Angst vor Vergewaltigung im Knast dient der Geschichte als Einfallstor für eine Menge drastischer Zoten. Als Darnell seinen Schüler vorbeugend schon mal Oralsex mit einem Mann üben lassen will, folgt die Kamera James in die Toilettenkabine. So weit gehen Hollywoodfilme in der Regel nicht. Praktisch zum Running Gag wird James' Entdeckung, dass sich im After die unterschiedlichsten Dinge verstecken lassen. Wiederholt prescht die Geschichte unbekümmert vor, um sich dann nur mit einer Verlegenheitslösung wieder aus der Affäre ziehen zu können. Die Buddies mutieren zu Klamaukbrüdern und kaspern zunehmend in Actionkämpfen herum, die weder glaubwürdig, noch interessant sind. So verspielt die Komödie viel von ihrem Potenzial und die Freude, die das Wiedersehen mit Will Ferrell bereitet, bleibt nicht ungetrübt.

Fazit: Will Ferrell hat als Finanzmakler, der ins Gefängnis soll, einige spaßige Auftritte in dieser deftigen Buddy-Komödie, die nicht mit Zoten geizt. Aber nach einer spannenden und schrillen Anfangsphase flacht die Geschichte zum billigen Klamauk ab.





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