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Eddie the Eagle - Alles ist möglich
Eddie the Eagle - Alles ist möglich
© 20th Century Fox

Kritik: Eddie the Eagle - Alles ist möglich (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die Winterolympiade 1988 im kanadischen Calgary sorgte gleich für zwei Höhepunkte der Sportgeschichte, die noch heute weniger durch die die außergewöhnliche Leistung der Athleten beeindrucken als vielmehr durch deren Unvermögen. Denn einerseits startete hier zum ersten Mal eine jamaikanische Bobmannschaft und stellte sich trotz völliger Chancenlosigkeit der internationalen Konkurrenz – konsequenter lässt sich das olympische Motto "Dabei sein ist alles" wohl kaum umsetzen. Zum anderen trat mit Michael Edwards ein übergewichtiger, weitsichtiger Skispinger zum Wettkampf an. Edwards belegte zwar nur den letzten Platz, beim Publikum wurde der britische Ausnahmeathlet mit den dicken Brillengläsern als "Eddie the Eagle" jedoch zu einer Legende.

Während das Kino das jamaikanische Bobteam bereits 1993 für sich entdeckt hatte und den Sportlern mit der Disney-Komödie "Cool Runnings" ein Denkmal gesetzt hatte, musste Michael Edwards ein wenig länger warten, bis seine Geschichte ihren Weg auf die große Leinwand fand. Mit "Eddie the Eagle: Alles ist möglich" startet nun ein typische Sportkomödie, die von einem Underdog erzählt, der sich mühsam den Respekt seiner Konkurrenten erkämpfen muss. Das Drehbuch von Sean Macaulay und Simon Kelton orientiert sich dabei zwar lose an Michael Edwards' Leben, nutzt aber vor allem zahllose Genreklischees als Inspiration.

Dem eher langweiligen Plot stellen sich jedoch tapfer und meist erfolgreich Dexter Fletchers lebendige Inszenierung und vor allem die starken Schauspieler entgegen. Während Hugh Jackman als Coach mit seiner Rolle ein wenig unterfordert wirkt, gelingt es dem Hauptdarsteller Taron Egerton mit Bravour, aus Michael Edwards einen Kinohelden zu machen. Egertons Darstellung, die Edwards bei aller Unbeholfenheit niemals würdelos erscheinen lässt, ist das Herzstück des Films und beweist eindrucksvoll die Wandlungsfähigkeit des Schauspielers.

Zusammen mit dem sich lustvoll in den späten 1980ern suhlenden Look der Produktion sowie einem kongenialen Soundtrack macht Egerton aus dem vorhersehbaren Skript so eine mitreißende Feel-Good-Komödie. Die hat zwar definitiv ihre Schwächen, verfügt aber gleichzeitig über so viel gutmütigen Charme, dass sich darüber hinwegsehen lassen sollte.

Fazit: Dexter Fletchers lebendige Inszenierung sowie der großartige Hauptdarsteller Taron Egerton machen aus dieser formelhaften Sportkomödie ein mitreißendes Feel-Good-Movie. Am Ende überwiegt der gutmütige Charme von "Eddie the Eagle" und lässt die zahllosen Klischees des Drehbuchs vergessen.




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