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Kritik: Black Mass (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der mittlerweile zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilte Verbrecher James "Whitey" Bulger hat aufgrund seiner Skrupellosigkeit einen geradezu legendären Ruf. Kein Wunder also, dass der Gangsterboss bereits für die von Jack Nichsolson gespielte Figur des Frank Costello in Martin Scorseses "Departed – Unter Feinden" (2006) Pate stand. Nun hat sich Regisseur Scott Cooper dem berüchtigten Drogenhändler und Mörder angenommen und stellt ihn ins Zentrum eines biografisch geprägten Thrillers.

Ganz den Konventionen des von Scorseses geprägten Gangsterdramas verpflichtet erzählt Cooper aus dem Leben seines kriminellen Protagonisten und setzt dabei auf etablierte Qualitäten. Originell oder überraschend ist daran überhaupt nichts und vor allem im Vergleich mit der großen Konkurrenz zeigen sich deutliche Schwächen in der Inszenierung. Im Großen und Ganzen ist die Regie zwar durchaus solide, aber das mitunter zähe Tempo sowie unnötige Nebenhandlungen trüben das Vergnügen beträchtlich.

Lediglich die namhaften Schauspieler agieren hier überdurchschnittlich und wissen zu fesseln. Johnny Depp gibt unter viel Maske und Make-up den eiskalten Gangster und verzichtet dabei endlich einmal auf die Manierismen und exzentrischen Ticks, die seine Rollen von Willy Wonka über Jack Sparrow bis zum verrückten Hutmacher ausgemacht haben. Dennoch bleibt Depps Darstellung etwas eindimensional, was aber in erster Linie dem flachen, an Fakten orientierten Drehbuch zu verschulden ist. Komplexer ist da hingegen die Rolle des FBI-Agenten John Connolly, der überzeugend von dem Australier Joel Edgerton verkörpert wird und letztlich eine weitaus interessantere Figur ist als Depps Whitey.

So bleibt "Black Mass" ein ambitioniertes und hochkarätig besetztes Drama, dem es aber an Ideen und Tiefgang mangelt. Vieles wirkt wie angerissen und nicht durchdacht, Nebenfiguren werden für überflüssige Auftritte verschwendet und der Film mag keinen ansprechenden Rhythmus entwickeln.

Fazit: Das hochkarätig besetzte Gangsterdrama kann nicht an die großen Vorbilder wie etwa Martin Scorseses "Departed – Unter Feinden" heranreichen und bietet weder Tiefgang noch neue Ideen. Lediglich die namhaften Schauspieler können überzeugen, allen vor Johnny Depp und Joel Edgerton in den Hauptrollen.





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