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Kritik: Spuren (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Unglaublich aber wahr: "Spuren" von Regisseur John Curran basiert tatsächlich auf wahren Ereignissen. Der Film erzählt die bewegende Geschichte der Robyn Davidson, der 1977 die Wanderung durch die Wüste bis zum Indischen Ozean gelang. Begleitet wurde die junge Frau dabei einzig von ihrem Hund und vier Kamelen. Regisseur Curran nutzte für sein packendes Survival-Abenteuer Davidsons Reiseerinnerungen "Spuren. Eine Reise durch Australien" als Vorlage, die 1980 mit dem Thomas Cook Travel Book Award prämiert wurden. Bereits 1993 sollte es eine von Disney produzierte Verfilmung mit Julia Roberts in der Hauptrolle geben, das Projekt wurde kurz vor Drehbeginn jedoch wieder verworfen. "Spuren" ist ein faszinierender, fast meditativer Trip ins Innere der bemerkenswerten Hauptfigur geworden, der mit tollen Landschaftsaufnahmen und einer bärenstarken Mia Wasikowska in der Hauptrolle glänzt.

"Spuren" ist mindestens ebenso intensiv und eindringlich wie Sean Penns naturalistische Sinnsuche "In die Wildnis#" von 2007. Ebenso wie Penns Meisterwerk schildert auch "Spuren" den Kampf einer charismatischen Hauptfigur gegen die raue, brutale Natur: dabei gehören Sandstürme, Orientierungslosigkeit und Durst ebenso zum Überlebenstrip wie Zusammenbrüche und die bedrohliche Tierwelt der australischen Wüste. Die Bilder der Kamerafrau Mandy Walker ("Australia") von der abseitigen, verlassenen Natur des unwirtlichen australischen Hinterlands wirken ebenso betörend schön wie bedrohlich und geheimnisvoll, fast mystisch. Dies stellt eine der großen Stärken von Currans wunderbarem Kinodrama dar.

Zudem fiebert man als Zuschauer zu jeder Sekunde mit der mutigen, willensstarken Hauptfigur mit, wenn sich diese der Herausforderung der feindlichen Natur stellt. Dieser Umstand ist der leidenschaftlichen Darstellung der Australierin Mia Wasikowska geschuldet. Sie verleiht ihrer Hauptfigur Anmut und genau die richtige, benötigte Mischung aus Mut, Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit. Dass sie dabei stets extrem schüchtern und verletzlich wirkt, ist ebenso Wasikowskas impulsiver Darstellung zu verdanken. Zudem gebührt Filmemacher Curran Respekt, der bei seiner Schilderung des Überlebenskampfes auf jegliche künstliche, erzählerische Überdramatisierung verzichtet. Er lässt die erlesenen Bilder ganz für sich alleine sprechen.

Fazit: Faszinierender, auf wahren Begebenheiten beruhender Selbstfindungstrip durch eine majestätische Natur, die hier eine eigene Hauptrolle übernimmt. Darstellerin Mia Wasikowska ist in ihrer Rolle der zerbrechlichen aber willensstarken Hauptfigur glänzend.





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